IGPP erforscht Spuk seit 75 Jahren
IGPP erforscht Spuk seit 75 Jahren, pixabay/Foto illustrativ

Immer mehr Menschen berichten von paranormalen Erlebnissen. Klopfgeräusche, Visionen oder das Gefühl, mit anderen Gedanken verbunden zu sein – solche Erfahrungen sind kein Einzelfall. Das Freiburger Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) erforscht genau solche Phänomene – und das seit nunmehr 75 Jahren. Mit interdisziplinärem Team und einzigartiger Ausrichtung ist es deutschlandweit ohne Vergleich.

Inhaltsverzeichnis:

Spuk-Erfahrungen betreffen viele

Laut einer aktuellen Umfrage des IGPP erleben Tausende in Deutschland paranormale Phänomene. Dazu zählen unter anderem:

  • Wahrträume
  • Déjà-vu-Erlebnisse
  • Telepathische Eindrücke
  • Begegnungen mit Geistern

Diese Erlebnisse sind oft tiefgreifend. Viele Betroffene fühlen sich nach solchen Erfahrungen verunsichert oder sogar stigmatisiert. Gesellschaftliche Ablehnung oder Isolation sind keine Seltenheit. Die Ursachen für diese Phänomene bleiben weiterhin Gegenstand intensiver Forschung. Wissenschaftlich betrachtet stellt sich nicht nur die Frage nach dem Ursprung solcher Eindrücke, sondern auch nach deren psychischer Wirkung auf Betroffene.

Hans Bender prägte das Freiburger Institut

Das IGPP wurde 1950 vom Psychologen Hans Bender gegründet. In der Nachkriegszeit suchten viele Menschen nach Orientierung – auch in spirituellen Bereichen. Bender, der später als "Spuk-Professor" bekannt wurde, legte den Grundstein für eine institutionelle Erforschung des Paranormalen. Damit schuf er eine Plattform, die auch heute noch relevant ist.

Die Forschenden kommen aus unterschiedlichsten Fachrichtungen, darunter Psychologie, Soziologie, Geschichte, Biologie, Kunst und Mathematik. Diese Vielfalt ermöglicht es, Phänomene aus mehreren Perspektiven zu untersuchen. Auch kulturelle Einflüsse oder historische Hintergründe werden berücksichtigt.

Beratung bei Spuk und Erscheinungen

Das IGPP bietet kostenlose Beratung für Menschen mit paranormalen Erfahrungen an. Viele Menschen, die Kontakt aufnehmen, fühlen sich sonst nicht ernst genommen. Früher suchten sie auf Schallplatten nach Botschaften aus dem Jenseits – heute finden sie Gleichgesinnte im Internet. Die digitale Vernetzung hat die Reichweite solcher Themen stark vergrößert.

Die Nachfrage nach Unterstützung bleibt stabil – oder wächst sogar. Laut Institutsleiter Jürgen Kornmeier zeigen die aktuellen Daten, dass das Thema nach wie vor präsent ist. Die Häufigkeit solcher Erlebnisse ist in den letzten Jahren nicht gesunken, sondern leicht gestiegen.

Kritik aus der Wissenschaft

Obwohl das IGPP wissenschaftlich arbeitet, bleibt die Forschung zum Paranormalen umstritten. Die Leitung berichtet von Skepsis bis hin zu Anfeindungen durch andere Forschende. Die Suche nach finanzieller Förderung gestaltet sich deshalb schwierig.

Die wichtigsten Geldgeber sind die Holler-Stiftung sowie projektbezogene Drittmittel. Zudem ist das Institut auf Spenden angewiesen. Die Unabhängigkeit wird dennoch gewahrt – Forschung und Beratung erfolgen ohne kommerzielles Interesse.

Zum 75-jährigen Bestehen wird eine öffentliche Vortragsreihe organisiert. Themen ab September sind unter anderem:

  • Begegnungen mit außerirdischen Intelligenzen
  • Magische Rituale und deren Wirkung
  • Nahtoderfahrungen und ihre Bedeutung

Das Freiburger Institut bleibt ein Ort, an dem ungewöhnliche Erfahrungen ernst genommen werden. Es setzt seit Jahrzehnten Maßstäbe in einem Bereich, der anderswo oft ignoriert oder belächelt wird.

Quelle: SWR