Kandidierende bereiten sich auf die Freiburger Wahl 2026 vor
Kandidierende bereiten sich auf die Freiburger Wahl 2026 vor, Foto: Pixabay

Am 26. April 2026 steht Freiburg im Zeichen einer wichtigen Entscheidung. Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt bestimmen ihr neues Stadtoberhaupt. Sollte keine der kandidierenden Personen im ersten Wahlgang die Mehrheit erreichen, findet am 17. Mai 2026 eine Stichwahl statt. Der amtierende Oberbürgermeister Martin Horn tritt erneut an und gilt als einer der Favoriten. Auch Monika Stein bewirbt sich wieder um das Amt. Beide gelten als parteilos, werden jedoch von unterschiedlichen politischen Lagern unterstützt.

Inhaltsverzeichnis:

Ablauf der Wahl in Freiburg

Die Wahl wird nach den Grundsätzen der Mehrheitswahl durchgeführt. Siegerin oder Sieger wird, wer im ersten Wahlgang mehr als 50 Prozent der gültigen Stimmen erhält. Schafft das niemand, kommt es zu einer Stichwahl zwischen den beiden bestplatzierten Kandidierenden. Diese ist für den 17. Mai 2026 vorgesehen.

Am 15. April 2026 findet im Konzerthaus Freiburg eine öffentliche Vorstellung aller Bewerberinnen und Bewerber statt. Dort erhalten die Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit, Fragen zu stellen und die Programme der Kandidierenden kennenzulernen. Die offizielle Ausschreibung der Oberbürgermeisterstelle erfolgt am 20. Februar 2026. Bewerbungen sind bis zum 30. März 2026 um 18 Uhr möglich.

Zur Wahl zugelassen sind deutsche und europäische Staatsangehörige, die vor der Bewerbung in Deutschland leben und am Wahltag mindestens 18 Jahre alt sind. Alle Bewerberinnen und Bewerber müssen sich „jederzeit für die freiheitlich demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes“ einsetzen.

Martin Horn und die Wohnbauoffensive

Martin Horn ist seit 2018 Oberbürgermeister von Freiburg. Damals gewann er im zweiten Wahlgang mit 44,2 Prozent der Stimmen gegen Dieter Salomon. Auch für 2026 erhielt er erneut breite Unterstützung. Die SPD erklärte fast einstimmig ihre Unterstützung für seine Kandidatur.

Eines seiner zentralen Themen bleibt der bezahlbare Wohnraum. Eine städtische Bürgerumfrage aus dem vergangenen Jahr zeigte deutlich, dass Wohnen und Wohnungsbau die größten Sorgen der Freiburgerinnen und Freiburger sind. Horn verweist auf die von ihm initiierte Wohnbauoffensive, die laut Stadtverwaltung nun erste Ergebnisse zeigen soll.

Zu seinen bisherigen Projekten zählen:

  1. Förderung kommunaler Wohnungsbaugesellschaften.
  2. Unterstützung von Genossenschaften.
  3. Ausweisung neuer Baugebiete für Familien.
  4. Ausbau bestehender Wohnviertel.

Ob sein Ansatz den Wählerinnen und Wählern überzeugt, wird entscheidend für seinen Wiedereinzug ins Rathaus sein.

Monika Stein mit breitem Bündnis

Monika Stein, 55 Jahre alt, tritt ebenfalls parteilos an, wird jedoch von einem breiten linken Bündnis getragen. Hinter ihr stehen die Grünen, die größte Fraktion im Freiburger Gemeinderat. Außerdem unterstützen sie Gruppen wie „Eine Stadt für alle“, die Linke Liste – Solidarische Stadt, Die Linke, Die Unabhängigen Frauen Freiburg, Urbanes Freiburg, die Liste Inklusion und Teilhabe sowie die Grüne Alternative Freiburg.

Stein ist Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW. Sie saß 14 Jahre im Gemeinderat und kandidierte bereits 2018 für das Amt der Oberbürgermeisterin. Damals erreichte sie in beiden Wahlgängen etwa 25 Prozent der Stimmen. Ihre Schwerpunkte sind soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Bildungschancen für alle.

Mit ihrer Erfahrung als Lehrerin und Gewerkschaftsvorsitzende bringt sie Fachwissen in Themen wie Lehrermangel und Migrationsquote an Schulen ein. In einer Mitteilung betonte sie: „Freiburg soll sozial gerecht, nachhaltig und für den Klimawandel gerüstet sein.“

Weitere Bewerberinnen und Bewerber

Neben Horn und Stein haben auch Valerie Tabea Schult (parteilos) und Martin Borgmann (Die Partei) ihre Kandidatur angekündigt. Noch offen ist, ob die CDU eine eigene Kandidatin oder einen Kandidaten ins Rennen schicken wird.

Die Stadtverwaltung rechnet mit mehreren Bewerbungen, da das Interesse an der Freiburger Stadtspitze traditionell hoch ist. In der letzten Wahl 2018 traten insgesamt 12 Personen an.

Die Freiburger Oberbürgermeisterwahl 2026 wird erneut zu einem bedeutenden politischen Ereignis. Die Themen bezahlbarer Wohnraum, soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit prägen die Debatte. Ob Martin Horn sein Amt verteidigen kann oder Monika Stein und andere Herausfordernde neue Impulse setzen, entscheidet sich am 26. April 2026 – möglicherweise aber erst in der Stichwahl am 17. Mai.

Quelle: SWR