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Hohe-Lebenshaltungskosten-prägen-den-Alltag-in-Freiburg, Foto: Pixabay/Pixabay-Lizenz

Das Leben im Südwesten Deutschlands kostet deutlich mehr als in anderen Regionen. Eine neue Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zeigt, dass Freiburg im Landesvergleich die höchsten Lebenshaltungskosten aufweist. Die Stadt liegt im bundesweiten Ranking auf Platz fünf – hinter München und Frankfurt, aber noch vor Stuttgart.

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Wohnen treibt die Preise in Freiburg nach oben

Besonders auffällig ist der Anstieg der Wohnkosten. Freiburg liegt beim regionalen Preisindex 13,4 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Die Wohnkosten übersteigen den Mittelwert sogar um 41,5 Punkte. Laut den Kölner Forschern ist es vor allem der Wohnungsmarkt, der die Lebenshaltungskosten treibt. Maßnahmen zur Förderung des Wohnungsbaus könnten hier spürbare Entlastung schaffen. Die Stadt arbeitet bereits an Projekten, die den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum erleichtern sollen – wie bei der Wohnungssuche in Freiburg, die für viele eine Herausforderung bleibt.

Auch andere Regionen in Südbaden müssen tiefer in die Tasche greifen. Der Kreis Lörrach liegt preislich auf dem gleichen Niveau wie Karlsruhe und zählt damit zu den 35 teuersten Regionen Deutschlands. Ähnlich hohe Lebenshaltungskosten verzeichnen die Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen.

Unterschiede zwischen Städten und Landkreisen

Etwas günstiger lebt es sich im Ortenaukreis. Dort liegt der Preisindex nur 1,2 Prozent über dem nationalen Durchschnitt. Am wenigsten zahlen Verbraucher entlang des Hochrheins im Kreis Waldshut. Das Stadt-Land-Gefälle bleibt in Südbaden damit deutlich spürbar. Nach Angaben der Forscher blieb dieses Muster in den letzten drei Jahren stabil. Während in ländlich geprägten Gebieten niedrigere Einkommen und Abwanderungstendenzen die Preise dämpfen, sorgt das Bevölkerungswachstum in Städten wie Freiburg für steigende Nachfrage.

Für viele Einwohner, die sich in der Region niederlassen wollen, wird die Wahl des Wohnorts zu einer wirtschaftlichen Frage. Wer in der Nähe des Dreiländerecks leben möchte, muss oft hohe Mieten in Kauf nehmen. Tipps für neue Bewohner liefert der Beitrag „Wohnsitz anmelden“, der erklärt, worauf beim Umzug nach Freiburg zu achten ist.

Hohe Lebenshaltungskosten, aber niedrigere Löhne

Ein Blick auf die Einkommen zeigt ein klares Missverhältnis. Zwar sind die Preise in Südbaden hoch, doch die Löhne bleiben im bundesweiten Vergleich unterdurchschnittlich. In Freiburg liegt der Durchschnittsverdienst bei rund 39.300 Euro pro Jahr. In Stuttgart sind es dagegen knapp 53.000 Euro. Damit verdienen Beschäftigte an der Dreisam im Schnitt fast 14.000 Euro weniger als am Neckar.

Besonders groß ist die Lücke im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald. Hier gehört die Region zu den 50 teuersten Landkreisen, obwohl der Durchschnittsverdienst elf Prozent unter dem deutschen Mittel liegt. Laut den Wirtschaftsexperten fehlen in der Region vor allem gut bezahlte Industriearbeitsplätze. Stattdessen dominieren Berufe in Bildung und Gesundheitswesen.

Stabile Preisunterschiede trotz Inflation

Trotz der anhaltenden Teuerung durch Energie und Lebensmittel blieb das Preisgefüge regional weitgehend konstant. Seit 2022 erhebt das IW den Regionalen Preisindex auf Basis frei zugänglicher Online-Daten. Diese werden automatisiert ausgewertet und weiterverarbeitet. So entsteht ein deutschlandweiter Überblick über regionale Preisentwicklungen.

Auch wenn die Lebenshaltung in Freiburg weiterhin kostspielig bleibt, bleibt die Stadt für viele attraktiv – wegen ihrer Lebensqualität, der Nähe zum Schwarzwald und der guten Infrastruktur. Ein Beispiel dafür ist die Flohmarktsaison 2025 in Freiburg, die zeigt, wie stark das regionale Leben vom Engagement der Bevölkerung geprägt ist.

Freiburg bleibt Spitzenreiter bei den Lebenshaltungskosten in Baden-Württemberg. Preisbewusstsein und gezielte Stadtentwicklung sind entscheidend, um das Leben in der Region langfristig erschwinglicher zu machen.

Quelle:  Badische Zeitung