Zwei Fußballvereine in Freiburg müssen handeln. Wegen der Ausbreitung des Japankäfers wurden strenge Auflagen für Rasenflächen in einer definierten Befallszone erlassen. SC Freiburg und TSV Alemannia Zähringen sind verpflichtet, ihre Plätze mit Fadenwürmern zu behandeln. Nur so dürfen sie diese weiterhin bewässern. Während der Profiverein Vorbereitungen trifft, steht der Amateurklub vor erheblichen Problemen. Betroffen sind technische Ausstattung, Zeitdruck und hohe Kosten.
Inhaltsverzeichnis:
- SC Freiburg bereitet Maßnahmen vor
- TSV Alemannia Zähringen ohne Ausrüstung
- Zeitdruck durch Entwicklungszyklus der Käfer
- Unterstützung durch SC Freiburg oder Stadt erhofft
- Sportrasen als Brutstätte
SC Freiburg bereitet Maßnahmen vor
Der SC Freiburg ist in der Lage, die geforderten Maßnahmen umzusetzen. Lediglich bestimmte Trainingsplätze des Vereins liegen in der Verbotszone nördlich der Innenstadt. Das Europa-Park Stadion selbst ist davon nicht betroffen. Aufgrund der hohen Mauern um das Stadion und umliegender attraktiverer Flächen für den Käfer gilt es als weniger gefährdet.
Die Ausnahmegenehmigung zur Bewässerung verpflichtet den Klub, Fadenwürmer auf den betroffenen Rasenflächen auszubringen. Diese sogenannten Nematoden sollen die Larven des Japankäfers im Boden bekämpfen. Die Maßnahme ist technisch aufwendig, aber notwendig, um die Fortpflanzung des Schädlings zu unterbinden.
TSV Alemannia Zähringen ohne Ausrüstung
Der TSV Alemannia Zähringen sieht sich mit deutlich größeren Schwierigkeiten konfrontiert. Der Verein kann die Behandlung der Rasenflächen nicht eigenständig durchführen. Vorstand Simon Rittermann erklärt, dass es an der nötigen Technik fehlt. Für die Ausbringung der Nematoden sind präzise Geräte erforderlich, die spezielle Düsen, Drucksysteme und Mischverhältnisse gewährleisten.
Die Kosten für die Behandlung betragen pro Spielfeld zwischen 1.000 und 1.500 Euro. Der Verein muss zwei große Flächen behandeln. Für eine ehrenamtlich organisierte Struktur wie die des TSV sind das erhebliche Summen. Zusätzlich müssten die Maßnahmen bis spätestens September erfolgen – ein enger Zeitrahmen, um die Larven des Käfers rechtzeitig zu treffen.
Zeitdruck durch Entwicklungszyklus der Käfer
Der richtige Zeitpunkt für die Behandlung ist entscheidend. Die weiblichen Japankäfer legen ihre Eier im Sommer ab. Die daraus entstehenden Larven entwickeln sich im Herbst im Boden. Wenn die Nematoden in dieser Phase ausgebracht werden, können sie die Population wirksam eindämmen.
Frauke Rinke vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg bestätigt, dass die Maßnahmen eine neue Käfergeneration im kommenden Jahr verhindern sollen. Ohne Behandlung droht eine massenhafte Vermehrung der Schädlinge im Juni. Besonders betroffen wären die Landwirtschaft und der Weinbau der Region, deren Flächen sich bereits in Gefahr befinden.
Unterstützung durch SC Freiburg oder Stadt erhofft
Der TSV Alemannia Zähringen setzt nun auf Hilfe. Der Verein will sich an den SC Freiburg sowie an die Stadt wenden, um Unterstützung zu erhalten. Rittermann betont, dass die Verantwortung für die Behandlung nicht allein bei den ehrenamtlichen Rasenpflegern liegen könne. Eine Zusammenarbeit mit dem Profiverein oder kommunalen Stellen sei daher unerlässlich.
Hintergrund der aktuellen Bedrohung ist das Einschleppen des Japankäfers über Lkw-Transporte aus Italien. In der Nähe des Güterbahnhofs wurden bereits 23 Exemplare entdeckt. Da die Käfer bis zu einem Kilometer weit fliegen können, wurden an einigen Sportplätzen sogar Lockfallen entfernt, um eine weitere Verbreitung innerhalb der Stadt zu vermeiden.
Sportrasen als Brutstätte
Feuchte Sportrasenflächen bieten ideale Bedingungen für die Eiablage der Käferweibchen. Deshalb wurde das Bewässerungsverbot erlassen. Es gilt noch bis Ende September in der Befallszone. Betroffen sind besonders die Plätze des TSV Alemannia Zähringen.
Die Einhaltung der Fristen, die fachgerechte Anwendung der Nematoden und die finanziellen Mittel stellen für den kleinen Verein eine ernsthafte Herausforderung dar. Die nächsten Wochen entscheiden, ob eine wirksame Eindämmung des Japankäfers gelingt – oder ob sich die Gefahr weiter ausbreitet.
Quelle: SWR
