Mit dem Zug nach Paris
Mit dem Zug nach Paris, Foto: pixabay

Die deutsch-französische Kooperation rund um das Deutschlandticket eröffnet Jugendlichen unter 28 neue Möglichkeiten für günstige Bahnreisen – auch über Grenzen hinweg. Wer im Juli oder August unterwegs ist, kann mit dem Ticket nicht nur in Deutschland, sondern auch auf ausgewählten Strecken in Frankreich fahren. Das Ziel Paris bleibt jedoch nur mit guter Planung erreichbar.

Inhaltsverzeichnis:

Nur mit TER Fluo ab Mulhouse oder Straßburg

Die Fahrt von Freiburg nach Paris dauert rund sieben Stunden und erfordert zwei Umstiege. Die erste Etappe beginnt am Freiburger Hauptbahnhof. Von dort geht es mit der Regionalbahn RE7 nach Müllheim und danach mit der RB28 weiter ins französische Mulhouse. Alternativ bietet sich eine Verbindung über Straßburg an. In beiden Städten steigen Reisende in den Regionalzug TER Fluo um, der nach Paris fährt.

Wichtig: Das Deutschlandticket gilt nur in den Zügen der Linie TER Fluo, nicht in allen französischen Regionalzügen. In den Fahrplan-Apps der Deutschen Bahn und der französischen SNCF sind die kompatiblen Züge nicht klar gekennzeichnet. Eine sorgfältige Recherche über beide Apps ist deshalb unerlässlich, um einen gültigen Anschluss zu finden. Die Sitzplätze im TER Fluo müssen zusätzlich reserviert werden, bleiben aber kostenfrei.

Nur zwei Chancen täglich für die Verbindung

Täglich stehen lediglich zwei passende Verbindungen zwischen Freiburg und Paris zur Verfügung. Die Umstiegszeiten sind knapp bemessen. Wer den Anschluss verpasst, bleibt bis zum nächsten Tag in Frankreich gestrandet. Reporterin Paula Gent vom SWR berichtet, dass sie bei beiden Umstiegen rennen musste, um rechtzeitig den Zug zu erreichen.

Die Alternative wäre, deutlich früher in Freiburg zu starten, was jedoch den Komfort der Reise einschränkt. Trotzdem bleibt der Weg möglich – wenn man bereit ist, flexibel zu planen und kleine Risiken einzugehen. Das lange Teilstück der Reise verläuft in Frankreich: Fünf Stunden Fahrt mit dem TER Fluo, bei guter Kontrolle und ohne Zwischenfälle.

Kooperation mit wenigen Problemen

Nach Angaben des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg kam es bislang nur selten zu Problemen bei Fahrkartenkontrollen in Frankreich. Die Plattform bwegt stellt auf ihrer Internetseite ein FAQ zur Verfügung, das über gültige Strecken und Regeln informiert.

Wie viele junge Menschen das Angebot nutzen, lässt sich derzeit nicht genau sagen. Eine Umfrage aus dem Jahr 2024 deutet darauf hin, dass etwa 12 Prozent der Deutschlandticket-Nutzenden unter 28 Jahren von der Sommeraktion Gebrauch gemacht haben.

150 Euro gespart – mit Einschränkungen

SWR-Reporterin Paula Gent erreichte Paris nach sieben Stunden Fahrt und zwei Sprint-Etappen auf dem Bahnsteig. Im Vergleich zur schnelleren TGV-Verbindung hat sie dabei rund 150 Euro gespart. Der Selbstversuch zeigt: Die Sommerregelung für das Deutschlandticket eröffnet finanzielle Vorteile, erfordert jedoch Zeit, Vorbereitung und Flexibilität.

Quelle: SWR