In Freiburg gelten ab August erstmals Einschränkungen im Kampf gegen einen invasiven Schädling. Die Großstadt im Breisgau reagiert auf das verstärkte Auftreten des Japankäfers und wird damit zur ersten deutschen Metropole mit konkreten Schutzvorgaben. Besonders betroffen ist ein Gebiet nördlich der Innenstadt. Dort greifen neue Regeln für Grünflächenpflege. Die Behörden reagieren damit auf eine wachsende Gefahr für die regionale Landwirtschaft und Umwelt.
Inhaltsverzeichnis:
- Maßnahmen in Freiburg rund um Fundort Güterbahnhof
- Japankäfer gefährdet über 400 Pflanzenarten
- Schutzmaßnahmen auch in Lörrach und Schweiz
- Behörden setzen auf Prävention
Maßnahmen in Freiburg rund um Fundort Güterbahnhof
Die Stadt hat eine Befallszone im Norden Freiburgs festgelegt. Hier dürfen bis Ende September Rasen- und Grünflächen nicht bewässert werden. Grund ist die Fortpflanzung des Japankäfers: Die Weibchen legen ihre Eier bevorzugt in feuchte Grasböden. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die Wurzeln befallen und massive Schäden verursachen können.
Um die Ausbreitung zu begrenzen, wurden auch Pufferzonen eingerichtet. Diese umfassen große Teile Freiburgs sowie umliegende Gemeinden. In diesen Gebieten gelten gelockerte Regeln. Dennoch ist es auch dort untersagt, Erde oder Pflanzen zu transportieren, sofern nicht ausgeschlossen werden kann, dass Käfer mitgeführt werden. Die Einschränkungen treten am 1. August in Kraft.
Japankäfer gefährdet über 400 Pflanzenarten
Die Käferart befällt über 400 verschiedene Pflanzenarten. Dazu gehören Obstbäume, Weinreben, Zierpflanzen, aber auch Wälder und Gärten. Laut dem Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg aus Karlsruhe hat der Japankäfer in Deutschland keine natürlichen Feinde. Seine Ausbreitung gilt als schwer kontrollierbar.
In Freiburg wurden in diesem Jahr bereits mehrere Einzelexemplare gefunden. Die Art ist in der Europäischen Union als meldepflichtiger Schädling eingestuft und muss bekämpft werden. Die Gefahr für Landwirtschaft und öffentliche Grünflächen ist erheblich. Weil die Tiere große Areale vollständig kahlfressen können, besteht dringender Handlungsbedarf.
Schutzmaßnahmen auch in Lörrach und Schweiz
Bereits zuvor wurden Japankäfer nahe der Grenze zur Schweiz entdeckt. Deshalb bestehen im Landkreis Lörrach Schutzzonen. Besonders betroffen ist die Gemeinde Grenzach-Wyhlen. Der Japankäfer gelangte 2017 von Italien in die Schweiz. Dort werden wirtschaftliche Schäden in dreistelliger Millionenhöhe geschätzt.
In der Schweizer Gemeinde Kloten bei Zürich wurden im vergangenen Jahr sogar Fußballfelder mit Folie abgedeckt. Auch der Einsatz von Insektiziden wurde dort bereits erprobt. In Basel wurde im Sommer 2024 eine ganze Population festgestellt. Die Nähe dieser Funde zur deutschen Grenze erhöht das Risiko einer weiteren Verbreitung.
Behörden setzen auf Prävention
Mit den Maßnahmen will Freiburg die Verbreitung des Schädlings eindämmen. Besonders das Verbot der Bewässerung in der Hauptbefallszone soll verhindern, dass sich der Käfer weiter vermehrt. Die Kombination aus regionalen Kontrollen, Transportverboten und gezielter Öffentlichkeitsarbeit soll helfen, die Auswirkungen auf Natur und Wirtschaft zu begrenzen. Weitere Städte könnten folgen, sollten neue Funde auftreten.
Quelle: SWR, YouTube
