Seit April 2026 gibt es in Deutschland ein neues Angebot für Menschen mit hohem Risiko. Gesetzlich Versicherte langjährige Raucherinnen und Raucher können ihre Lunge einmal pro Jahr per CT auf Krebs untersuchen lassen, und die Krankenkassen übernehmen die Kosten. An der Uniklinik Freiburg läuft dieses Screening bereits. Die Untersuchung soll Tumoren früher sichtbar machen, oft noch bevor Beschwerden beginnen.
Inhaltsverzeichnis
- Start der Kostenübernahme seit April 2026
- Zielgruppe im Alter von 50 bis 75 Jahren
- Jährliche CT-Untersuchung mit geringer Strahlenbelastung
Uniklinik Freiburg
Das Universitätsklinikum Freiburg erhielt im September 2025 als erste Klinik in Baden-Württemberg die Genehmigung für das Lungenkrebs-Screening. Dabei wird eine Computertomographie mit geringer Strahlenbelastung eingesetzt. Sie kann kleine Veränderungen in der Lunge früh zeigen. Genau das ist bei Lungenkrebs wichtig, denn diese Krebsart wird häufig erst spät erkannt. Das macht sie besonders gefährlich.
Magdalene Kummerer
Für die Teilnahme gelten klare Bedingungen. Versicherte müssen gesetzlich versichert und zwischen 50 und 75 Jahre alt sein. Sie müssen mindestens 25 Jahre geraucht haben und auf mindestens 15 Packungsjahre kommen. Wer etwa 30 Jahre lang täglich eine halbe Packung geraucht hat, erreicht diese 15 Packungsjahre. Die letzte CT-Thorax-Untersuchung muss zudem mehr als 12 Monate zurückliegen. Bekannter Lungenkrebs oder eine schwere Vorerkrankung können die Teilnahme ausschließen.
Magdalene Kummerer aus Zell im Wiesental nutzte das Angebot. Sie rauchte 48 Jahre lang. Angefangen hatte sie mit 12 Jahren. Nach der Untersuchung in Freiburg gab es Entwarnung. Bei ihr wurden keine Anzeichen für Krebs gefunden. Allerdings zeigten sich etwas verdickte Bronchien. Das gilt als Folge des langjährigen Rauchens.
Baden-Württemberg und Deutschland
In Baden-Württemberg ist die Zahl der Lungenkrebsfälle in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Rauchen bleibt der wichtigste Risikofaktor. Rund 86 Prozent der Fälle gehen nach Schätzung des Deutschen Krebsforschungszentrums auf das Rauchen zurück. Das Screening soll deshalb früh warnen und im Zweifel Leben retten. An der Finanzierung gibt es dennoch eine Debatte. Es wird gefragt, ob die Krankenkassen zahlen sollten, die Raucher selbst oder die Tabakindustrie.
Christopher Schlett, Radiologe an der Uniklinik Freiburg, sagte dazu wörtlich: „Was wir uns als Gesellschaft alles leisten, müssen wir im Einzelfall entscheiden. Hier ist die Entscheidung für das Lungenkrebsscreening getroffen worden, und das ist eine sehr gute Entscheidung.“ Das Deutsche Krebsforschungszentrum formuliert die Verantwortung anders. Dort heißt es: „Dabei sind nicht rauchende Menschen als die Kosten-Verursacher im Fokus, sondern die Hersteller der Tabakprodukte und deren perfides Geschäftsmodell.“ Für Fragen zur Absicherung gibt es mehr hier.
Für Magdalene Kummerer hatte die Untersuchung eine direkte Folge. Nach dem Screening entschied sie sich, ihr Leben zu ändern. Sie will mit dem Rauchen aufhören. Hilfe im medizinischen Alltag und weitere Infos finden Betroffene in Freiburg ebenfalls.
Lage des Universitätsklinikums Freiburg
Der Standort des Universitätsklinikums Freiburg zeigt, wo die Klinik liegt, die in Baden-Württemberg als erste Einrichtung die Genehmigung für das Lungenkrebs-Screening erhielt.
Quelle: Google Maps
FAQ
Wer kann die Lungenkrebs-Früherkennung in Anspruch nehmen?
Das Angebot richtet sich an gesetzlich Versicherte zwischen 50 und 75 Jahren, die mindestens 25 Jahre geraucht haben und auf mindestens 15 Packungsjahre kommen.
Seit wann übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten?
Seit April 2026 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland die Kosten für das neue Früherkennungsprogramm.
Welche Klinik war in Baden-Württemberg zuerst für das Screening zugelassen?
Das Universitätsklinikum Freiburg erhielt im September 2025 als erste Klinik in Baden-Württemberg die Genehmigung für das Lungenkrebs-Screening.
Was ergab die Untersuchung bei Magdalene Kummerer?
Bei Magdalene Kummerer wurden keine Anzeichen für Krebs gefunden. Allerdings zeigten sich etwas verdickte Bronchien als Spuren des langjährigen Rauchens.
Quelle: SWR
