Japankäfer in Freiburg entdeckt
Japankäfer in Freiburg entdeckt, pixabay/Foto illustrativ

Elf Japankäfer in Freiburg – Experten schlagen Alarm: Die invasive Art gefährdet Pflanzen in ganz Baden-Württemberg. Bereits 105 Fallen stehen im Einsatz, um die Ausbreitung zu stoppen.Ein kleiner Käfer sorgt für große Sorge. In Freiburg wurden seit Anfang Juli elf Japankäfer entdeckt. Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren. Zwischen 2021 und 2023 wurden in ganz Baden-Württemberg pro Jahr höchstens zwei Käfer gefunden. 2024 ist die Zahl in Freiburg allein bereits auf elf gestiegen.

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Mehrere Funde rund um den Güterbahnhof Freiburg

Die Funde konzentrieren sich auf das Gelände rund um den Güterbahnhof Freiburg. Das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) in Karlsruhe geht davon aus, dass die Käfer möglicherweise mit Zügen eingeschleppt wurden. „Wir fangen die Käfer direkt an den Schienen“, erklärte Frauke Rinke vom LTZ.

Der Pflanzenschutzdienst hat inzwischen 20 zusätzliche Fallen im Umkreis von 1,5 Kilometern rund um die Fundstellen aufgestellt. Die Kontrolle erfolgt täglich. Ziel ist es, die genaue Herkunft der Käfer zu ermitteln. Falls die Tiere von einer Grünfläche stammen, könne diese gefräst oder mit Folien abgedeckt werden. Beide Methoden verhindern die weitere Vermehrung.

Japankäfer gefährdet über 400 Pflanzenarten

Der ursprünglich aus Asien stammende Käfer ist nur etwa einen Zentimeter groß. Er hat einen grün-metallisch glänzenden Kopf und braune Flügel. Trotz seiner geringen Größe ist seine Wirkung erheblich. Der Japankäfer frisst über 400 Pflanzenarten und verursacht schwere Schäden. Besonders betroffen sind:

  • Obstplantagen
  • Weinberge
  • Wälder
  • Gärten
  • öffentliche Grünflächen

In Deutschland hat der Käfer keine natürlichen Feinde. Das macht ihn besonders gefährlich für das lokale Ökosystem und die Landwirtschaft.

Erste Maßnahmen auch in Weil am Rhein

Auch in Weil am Rhein nahe der Grenze zur Schweiz wurde ein männlicher Japankäfer gefunden. Der Fundort liegt ebenfalls in der Nähe eines Güterbahnhofs. Weitere Maßnahmen sind dort allerdings nicht geplant. Grund sind bereits bestehende Vorschriften im Kreis Lörrach, die seit früheren Funden in den benachbarten Schweizer Kantonen Basel-Stadt und Basel-Land gelten.

Schweiz kämpft bereits seit 2017

Die Ausbreitung des Japankäfers in Europa begann 2017, als er aus Italien in die Schweiz gelangte. Dort wird das jährliche Schadenspotenzial auf mehrere Hundert Millionen Franken geschätzt. Die deutschen Behörden beobachten die Lage mit wachsender Sorge. Derzeit sind in Baden-Württemberg insgesamt 105 Fallen im Einsatz, um die weitere Ausbreitung zu verhindern.

Die Zahlen deuten darauf hin, dass der Japankäfer sich nun dauerhaft in Deutschland ansiedeln könnte. Das hätte erhebliche Folgen für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Natur.

Quelle: SWR, YouTube