Im Freibad Mach' Blau in Denzlingen fand am Dienstagvormittag eine besondere Übung statt: Grundschüler der vierten Klassen trainierten Erste Hilfe und Wasserrettung. Das Projekt "Kinder retten Kinder" wurde von der Johann-Peter-Hebel-Grundschule, dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und dem Schwimmbad organisiert. Mit dem Fahrrad kamen rund 75 Kinder, begleitet von Lehrkräften und Eltern, zum Freibad. Die Aktion hatte ein Ziel: Kinder sollen schon früh lernen, in Notlagen zu helfen – im Wasser und an Land. Die Veranstaltung bestand aus mehreren Stationen mit praktischen Übungen.
Inhaltsverzeichnis:
- Anja Kraus vom Roten Kreuz zeigt Notfallhilfe
- Diana Spieth zeigt Wasserrettung mit Paddle-Board
- Kinder zeigen Motivation und Mut
- Aydin Silcan bringt die Idee ins Rollen
Anja Kraus vom Roten Kreuz zeigt Notfallhilfe
Eine Gruppe übte stabile Seitenlage, Herzdruckmassage und den Notruf. Auch ein Defibrillator kam zum Einsatz. Anja Kraus vom DRK erklärte, dass das Gerät leicht zu bedienen sei – es gebe klare Sprachanweisungen. Für viele Kinder war es das erste Mal, dass sie ein solches Gerät benutzten. Kraus betonte, dass sie Kindern Mut machen wolle, Erste Hilfe zu leisten.
Die Zusammenarbeit mit der DLRG sei neu, funktioniere aber sehr gut, ergänzte sie. Das Ziel sei, dass die Kinder bei Notfällen keine Angst haben und als Vorbilder für Erwachsene agieren.
Diana Spieth zeigt Wasserrettung mit Paddle-Board
An der zweiten Station ging es ins Wasser. Diana Spieth von der DLRG zeigte den Kindern, wie sie einander mit Rettungsgriffen abschleppen und aus dem Wasser bringen können. Dabei kam auch ein Stand-Up-Paddle-Board zum Einsatz.
Die Kinder paddelten damit zu einer Person in Notlage, zogen sie an Bord und brachten sie ans Ufer zurück. Die Übungen waren spielerisch, aber klar auf das Verhalten im Ernstfall ausgerichtet.
Kinder zeigen Motivation und Mut
Laut Diana Spieth verhalten sich Kinder oft intuitiv richtig. "Ein Kind springt rein und rettet einfach", berichtet sie. Ihr eigener Sohn rettete einst ein Kleinkind aus einem See – seither engagieren sich beide bei der DLRG.
Kinder haben laut Spieth viel Energie und keine Berührungsängste, wenn sie richtig angeleitet werden. Genau diese Haltung möchte sie fördern, denn das Schwimmen allein reiche nicht. Lehrerin Katharina Rauscher betonte, dass besonders Kinder ohne familiäre Unterstützung im Schwimmunterricht oft zurückbleiben.
Aydin Silcan bringt die Idee ins Rollen
Die Initiative zu "Kinder retten Kinder" kam von Aydin Silcan, Betreuer an der Johann-Peter-Hebel-Schule. Aus einem Gespräch mit Kolleginnen entstand die Idee. Nach mehreren Absprachen mit dem DRK, der DLRG und dem Schwimmbad nahm das Projekt Form an.
"Bis jetzt ist alles gut gelaufen", sagte Silcan zufrieden. Er kannte viele der Kinder schon aus dem Schulalltag und war darum überzeugt, dass sie auch mit ernsten Themen verantwortungsvoll umgehen können.
Nach dem Training durften die Kinder noch schwimmen und spielen. Besonders das Abschleppen und die Rettung mit dem Paddle-Board gefielen ihnen. Das Projekt hat gezeigt: Mit Engagement, Praxisnähe und Teamarbeit lässt sich schon bei den Jüngsten das Bewusstsein für Lebensrettung stärken.
Quelle: SWR
