Kirchenreform im Erzbistum Freiburg mit neuen Großpfarreien ab 2026
Kirchenreform im Erzbistum Freiburg mit neuen Großpfarreien ab 2026, Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Zum 1. Januar 2026 tritt im Erzbistum Freiburg eine umfassende Strukturreform in Kraft. Rund 1.000 Einzelpfarreien werden zu 36 Großpfarreien zusammengeführt. Der Schritt zählt zu den tiefgreifendsten organisatorischen Veränderungen seit Bestehen der Erzdiözese vor rund 200 Jahren. Mit dem Stichtag 1. Januar 2026 entsteht eine neue kirchliche Landkarte mit klar definierten Zuständigkeiten und festen Leitungsteams. Die Reform ist Teil des langfristigen Prozesses „Kirchenentwicklung 2030“. Sinkende Mitgliederzahlen, zurückgehende Kirchensteuereinnahmen und der Priestermangel machen eine Neuausrichtung notwendig. Künftig verantworten Pfarrer gemeinsam mit Gemeindeteams Pfarreien mit bis zu 100.000 Gläubigen. Vergleichbare strukturelle Veränderungen betreffen in Freiburg auch andere gesellschaftliche Bereiche, wie der Wandel des Arbeitsmarkts zeigt.

Inhaltsverzeichnis:

Strukturreform im Erzbistum Freiburg

Die neue Ordnung ersetzt kleinteilige Verwaltungsstrukturen durch größere Seelsorgeeinheiten. Aus etwa 1.000 Pfarreien entstehen exakt 36 neue Pfarreien. Diese verteilen sich auf mehrere Regionen, darunter Breisgau-Schwarzwald-Baar, Hochrhein, Ortenau, Mittlerer Oberrhein-Pforzheim, Rhein-Neckar, Odenwald-Tauber sowie Bodensee-Hohenzollern.

Priester arbeiten künftig eng mit Gemeindeteams zusammen. Laut Angaben aus dem Bistum bestehen derzeit rund 900 solcher Teams. Sie bleiben erhalten und gewinnen an Bedeutung. Gottesdienste finden weiterhin an vielen Orten statt. Wegfallen sollen vor allem parallele Verwaltungsstrukturen. Der gesellschaftliche Hintergrund dieser Entwicklung ähnelt anderen sozialen Herausforderungen, etwa wenn soziale Isolation in Baden-Württemberg thematisiert wird.

Leitung und Aufgabenverteilung

Jede neue Pfarrei wird von einem Leitungsteam geführt. Dieses besteht aus drei Funktionen. Einem Pfarrer. Einer leitenden Referentin oder einem leitenden Referenten. Sowie einer Finanzökonomin oder einem Finanzökonomen. Ziel ist eine deutliche Entlastung der Seelsorger von Verwaltungsaufgaben.

Am 19. Oktober 2025 wurden für alle 36 neuen Pfarreien rund 750 Pfarreiräte gewählt. Sie legen die strategische Ausrichtung fest. Dazu zählen Entscheidungen zu Immobilien, Gebäudenutzung und pastoralen Angeboten. Die Pfarreiräte erhalten damit ein zentrales Mitspracherecht. Weitere regionale Entwicklungen sind fortlaufend im Bereich Aktuelles aus Freiburg dokumentiert.

Regionale Verteilung und Zuständigkeiten

Die Reform betrifft alle Regionen des Erzbistums. Im Hochschwarzwald entsteht nur noch eine Pfarrei. In der Ortenau bleiben vier. Andere Regionen bündeln bisher getrennte Stadt- und Landpfarreien. Die Zuständigkeiten der künftigen Pfarrer sind bereits festgelegt.

Im Folgenden eine vollständige Übersicht aller 36 neuen Pfarreien mit Sitz, offizieller Bezeichnung der Kirchengemeinde und dem jeweils zukünftigen Pfarrer.

Region Pfarrei Kirchengemeinde Zukünftiger Pfarrer
Breisgau-Schwarzwald-Baar St. Johannes Emmendingen Röm.-kath. Kirchengemeinde An der Elz Andreas Brüstle
Breisgau-Schwarzwald-Baar Unsere Liebe Frau Freiburg Röm.-kath. Kirchengemeinde Freiburg Alexander Halter
Breisgau-Schwarzwald-Baar St. Alban Bad Krozingen Röm.-kath. Kirchengemeinde Breisgau-Markgräflerland Lukas Wehrle
Breisgau-Schwarzwald-Baar Mariä Himmelfahrt Hinterzarten Röm.-kath. Kirchengemeinde Hochschwarzwald Johannes Kienzler
Breisgau-Schwarzwald-Baar Unsere Liebe Frau Villingen Röm.-kath. Kirchengemeinde Im Quellendland Thomas Mitzkus
Breisgau-Schwarzwald-Baar Hl. Dreifaltigkeit Donaueschingen Röm.-kath. Kirchengemeinde Hl. Dreifaltigkeit Donaueschingen Fabian Schneider
Hochrhein St. Bernhard Schopfheim Röm.-kath. Kirchengemeinde Wiesental-Dreiländereck Joachim Giesler
Hochrhein St. Fridolin Bad Säckingen Röm.-kath. Kirchengemeinde Hochrhein-Südschwarzwald Peter Nicola
Hochrhein Mariä Himmelfahrt Waldshut-Tiengen Röm.-kath. Kirchengemeinde An der Wutach Hannes Rümmele
Ortenau St. Cyriak Oberkirch Röm.-kath. Kirchengemeinde Acher-Renchtal Ralf Dickerhof gemeinsam mit Christof Scherer
Ortenau Hl. Kreuz Offenburg Röm.-kath. Kirchengemeinde Mittlere Ortenau Dr. Stefan Meisert
Ortenau St. Symphorian Zell a.H. Röm.-kath. Kirchengemeinde Kinzigtal Michael Lienhard
Ortenau St. Peter und Paul Lahr Röm.-kath. Kirchengemeinde Südliche Ortenau Nelson Ribeiro
Mittlerer Oberrhein-Pforzheim Edith Stein Bruchsal Röm.-kath. Kirchengemeinde Edith Stein Bruchsal Dr. Johannes Mette
Mittlerer Oberrhein-Pforzheim Herz Jesu Pforzheim Röm.-kath. Kirchengemeinde Herz Jesu Pforzheim Steffen Schölch
Mittlerer Oberrhein-Pforzheim St. Stephan Karlsruhe Röm.-kath. Kirchengemeinde Karlsruhe Markus Miles
Mittlerer Oberrhein-Pforzheim St. Martin Ettlingen Röm.-kath. Kirchengemeinde St. Martin Ettlingen Thomas Ehret
Mittlerer Oberrhein-Pforzheim St. Marien Gernsbach Röm.-kath. Kirchengemeinde Murgtal Markus Moser
Mittlerer Oberrhein-Pforzheim St. Alexander Rastatt Röm.-kath. Kirchengemeinde St. Alexander Rastatt Ulrich Stoffers
Mittlerer Oberrhein-Pforzheim St. Bernhard Baden-Baden Röm.-kath. Kirchengemeinde Baden-Baden Lorenz Seiser
Rhein-Neckar St. Sebastian Mannheim Röm.-kath. Kirchengemeinde Mannheim Lukas Glocker
Rhein-Neckar Hl. Geist Heidelberg Röm.-kath. Kirchengemeinde Heidelberg Marius Fletschinger
Rhein-Neckar St. Marien Weinheim Röm.-kath. Kirchengemeinde Nordbadische Bergstraße Johannes Balbach
Rhein-Neckar St. Jakobus Sinsheim Röm.-kath. Kirchengemeinde Kraichgau Tobias Streit
Rhein-Neckar St. Aegidius St. Ilgen Röm.-kath. Kirchengemeinde Wiesloch Bernhard Pawelzik
Rhein-Neckar St. Pankratius Schwetzingen Röm.-kath. Kirchengemeinde Mittlere Kurpfalz Uwe Lüttinger gemeinsam mit Christan Müller
Odenwald-Tauber St. Jakobus Lauda Röm.-kath. Kirchengemeinde Lauda P. Joachim Seraphin MSF
Odenwald-Tauber St. Martin und Lioba Tauberbischofsheim Röm.-kath. Kirchengemeinde An Tauber und Main Thomas Holler
Odenwald-Tauber St. Oswald Buchen Röm.-kath. Kirchengemeinde Bauland-Odenwald Frederik Reith
Odenwald-Tauber St. Maria Mosbach-Neckarelz Röm.-kath. Kirchengemeinde St. Maria Mosbach-Neckarelz Michael Gartner
Bodensee-Hohenzollern Herz Jesu Singen Röm.-kath. Kirchengemeinde Hegau Michael Knaus
Bodensee-Hohenzollern St. Zeno Radolfzell Röm.-kath. Kirchengemeinde Bodensee-Hegau Heinz Vogel
Bodensee-Hohenzollern Hl. Dreifaltigkeit Konstanz Röm.-kath. Kirchengemeinde Konstanz Michael Teipel
Bodensee-Hohenzollern St. Nikolaus Markdorf Röm.-kath. Kirchengemeinde Linzgau-Bodensee Matthias Zimmermann
Bodensee-Hohenzollern Herz Jesu Sigmaringen Röm.-kath. Kirchengemeinde Sigmaringen Stefan Schmid
Bodensee-Hohenzollern St. Jakobus Hechingen Röm.-kath. Kirchengemeinde Zollern Thomas Fürst

Mit der Reform reduziert das Erzbistum Freiburg seine Pfarreienzahl von rund 1.000 auf 36. Die neue Struktur tritt vollständig zum 1. Januar 2026 in Kraft. Ziel ist eine langfristig tragfähige Organisation mit klaren Zuständigkeiten, verbindlichen Leitungsteams und gestärkter Mitwirkung vor Ort.

Quelle: SWR

FAQ

Was ändert sich im Erzbistum Freiburg ab dem 1. Januar 2026?

Ab dem 1. Januar 2026 werden im Erzbistum Freiburg rund 1.000 Einzelpfarreien zu insgesamt 36 neuen Großpfarreien zusammengeführt.

Warum führt das Erzbistum Freiburg diese Strukturreform durch?

Die Reform reagiert auf sinkende Mitgliederzahlen, zurückgehende Kirchensteuereinnahmen und den Priestermangel und ist Teil des langfristigen Prozesses „Kirchenentwicklung 2030“.

Wie groß sind die neuen Großpfarreien?

Die neuen Pfarreien können bis zu 100.000 Gläubige umfassen und werden jeweils von einem Leitungsteam betreut.

Wer leitet die neuen Pfarreien?

Jede neue Pfarrei wird von einem Team aus einem Pfarrer, einer leitenden Referentin oder einem leitenden Referenten sowie einer Finanzökonomin oder einem Finanzökonomen geführt.

Bleiben Gottesdienste an den bisherigen Standorten bestehen?

Ja, Gottesdienste finden weiterhin an vielen Orten statt, da nicht die kirchliche Präsenz vor Ort, sondern vor allem die Verwaltungsstrukturen verändert werden.

Welche Rolle spielen Gemeindeteams künftig?

Die bestehenden rund 900 Gemeindeteams bleiben erhalten, arbeiten enger mit den Priestern zusammen und gewinnen innerhalb der neuen Strukturen an Bedeutung.

Was ist die Aufgabe der Pfarreiräte?

Die Pfarreiräte legen die strategische Ausrichtung der neuen Pfarreien fest, etwa bei Fragen zu Immobilien, Gebäudenutzung und pastoralen Angeboten.

Wann wurden die neuen Pfarreiräte gewählt?

Die Wahlen für die Pfarreiräte der 36 neuen Pfarreien fanden am 19. Oktober 2025 statt.

Wie viele Regionen sind von der Reform betroffen?

Die Reform betrifft alle Regionen des Erzbistums Freiburg, darunter Breisgau-Schwarzwald-Baar, Hochrhein, Ortenau, Rhein-Neckar, Odenwald-Tauber und Bodensee-Hohenzollern.

Ändern sich die Zuständigkeiten der Pfarrer?

Ja, die Zuständigkeiten der künftigen Pfarrer sind verbindlich festgelegt und beziehen sich jeweils auf eine der 36 neuen Großpfarreien.