Zum 1. Januar 2026 tritt im Erzbistum Freiburg eine umfassende Strukturreform in Kraft. Rund 1.000 Einzelpfarreien werden zu 36 Großpfarreien zusammengeführt. Der Schritt zählt zu den tiefgreifendsten organisatorischen Veränderungen seit Bestehen der Erzdiözese vor rund 200 Jahren. Mit dem Stichtag 1. Januar 2026 entsteht eine neue kirchliche Landkarte mit klar definierten Zuständigkeiten und festen Leitungsteams. Die Reform ist Teil des langfristigen Prozesses „Kirchenentwicklung 2030“. Sinkende Mitgliederzahlen, zurückgehende Kirchensteuereinnahmen und der Priestermangel machen eine Neuausrichtung notwendig. Künftig verantworten Pfarrer gemeinsam mit Gemeindeteams Pfarreien mit bis zu 100.000 Gläubigen. Vergleichbare strukturelle Veränderungen betreffen in Freiburg auch andere gesellschaftliche Bereiche, wie der Wandel des Arbeitsmarkts zeigt.
Inhaltsverzeichnis:
- Strukturreform im Erzbistum Freiburg
- Leitung und Aufgabenverteilung
- Regionale Verteilung und Zuständigkeiten
Strukturreform im Erzbistum Freiburg
Die neue Ordnung ersetzt kleinteilige Verwaltungsstrukturen durch größere Seelsorgeeinheiten. Aus etwa 1.000 Pfarreien entstehen exakt 36 neue Pfarreien. Diese verteilen sich auf mehrere Regionen, darunter Breisgau-Schwarzwald-Baar, Hochrhein, Ortenau, Mittlerer Oberrhein-Pforzheim, Rhein-Neckar, Odenwald-Tauber sowie Bodensee-Hohenzollern.
Priester arbeiten künftig eng mit Gemeindeteams zusammen. Laut Angaben aus dem Bistum bestehen derzeit rund 900 solcher Teams. Sie bleiben erhalten und gewinnen an Bedeutung. Gottesdienste finden weiterhin an vielen Orten statt. Wegfallen sollen vor allem parallele Verwaltungsstrukturen. Der gesellschaftliche Hintergrund dieser Entwicklung ähnelt anderen sozialen Herausforderungen, etwa wenn soziale Isolation in Baden-Württemberg thematisiert wird.
Leitung und Aufgabenverteilung
Jede neue Pfarrei wird von einem Leitungsteam geführt. Dieses besteht aus drei Funktionen. Einem Pfarrer. Einer leitenden Referentin oder einem leitenden Referenten. Sowie einer Finanzökonomin oder einem Finanzökonomen. Ziel ist eine deutliche Entlastung der Seelsorger von Verwaltungsaufgaben.
Am 19. Oktober 2025 wurden für alle 36 neuen Pfarreien rund 750 Pfarreiräte gewählt. Sie legen die strategische Ausrichtung fest. Dazu zählen Entscheidungen zu Immobilien, Gebäudenutzung und pastoralen Angeboten. Die Pfarreiräte erhalten damit ein zentrales Mitspracherecht. Weitere regionale Entwicklungen sind fortlaufend im Bereich Aktuelles aus Freiburg dokumentiert.
Regionale Verteilung und Zuständigkeiten
Die Reform betrifft alle Regionen des Erzbistums. Im Hochschwarzwald entsteht nur noch eine Pfarrei. In der Ortenau bleiben vier. Andere Regionen bündeln bisher getrennte Stadt- und Landpfarreien. Die Zuständigkeiten der künftigen Pfarrer sind bereits festgelegt.
Im Folgenden eine vollständige Übersicht aller 36 neuen Pfarreien mit Sitz, offizieller Bezeichnung der Kirchengemeinde und dem jeweils zukünftigen Pfarrer.
| Region | Pfarrei | Kirchengemeinde | Zukünftiger Pfarrer |
|---|---|---|---|
| Breisgau-Schwarzwald-Baar | St. Johannes Emmendingen | Röm.-kath. Kirchengemeinde An der Elz | Andreas Brüstle |
| Breisgau-Schwarzwald-Baar | Unsere Liebe Frau Freiburg | Röm.-kath. Kirchengemeinde Freiburg | Alexander Halter |
| Breisgau-Schwarzwald-Baar | St. Alban Bad Krozingen | Röm.-kath. Kirchengemeinde Breisgau-Markgräflerland | Lukas Wehrle |
| Breisgau-Schwarzwald-Baar | Mariä Himmelfahrt Hinterzarten | Röm.-kath. Kirchengemeinde Hochschwarzwald | Johannes Kienzler |
| Breisgau-Schwarzwald-Baar | Unsere Liebe Frau Villingen | Röm.-kath. Kirchengemeinde Im Quellendland | Thomas Mitzkus |
| Breisgau-Schwarzwald-Baar | Hl. Dreifaltigkeit Donaueschingen | Röm.-kath. Kirchengemeinde Hl. Dreifaltigkeit Donaueschingen | Fabian Schneider |
| Hochrhein | St. Bernhard Schopfheim | Röm.-kath. Kirchengemeinde Wiesental-Dreiländereck | Joachim Giesler |
| Hochrhein | St. Fridolin Bad Säckingen | Röm.-kath. Kirchengemeinde Hochrhein-Südschwarzwald | Peter Nicola |
| Hochrhein | Mariä Himmelfahrt Waldshut-Tiengen | Röm.-kath. Kirchengemeinde An der Wutach | Hannes Rümmele |
| Ortenau | St. Cyriak Oberkirch | Röm.-kath. Kirchengemeinde Acher-Renchtal | Ralf Dickerhof gemeinsam mit Christof Scherer |
| Ortenau | Hl. Kreuz Offenburg | Röm.-kath. Kirchengemeinde Mittlere Ortenau | Dr. Stefan Meisert |
| Ortenau | St. Symphorian Zell a.H. | Röm.-kath. Kirchengemeinde Kinzigtal | Michael Lienhard |
| Ortenau | St. Peter und Paul Lahr | Röm.-kath. Kirchengemeinde Südliche Ortenau | Nelson Ribeiro |
| Mittlerer Oberrhein-Pforzheim | Edith Stein Bruchsal | Röm.-kath. Kirchengemeinde Edith Stein Bruchsal | Dr. Johannes Mette |
| Mittlerer Oberrhein-Pforzheim | Herz Jesu Pforzheim | Röm.-kath. Kirchengemeinde Herz Jesu Pforzheim | Steffen Schölch |
| Mittlerer Oberrhein-Pforzheim | St. Stephan Karlsruhe | Röm.-kath. Kirchengemeinde Karlsruhe | Markus Miles |
| Mittlerer Oberrhein-Pforzheim | St. Martin Ettlingen | Röm.-kath. Kirchengemeinde St. Martin Ettlingen | Thomas Ehret |
| Mittlerer Oberrhein-Pforzheim | St. Marien Gernsbach | Röm.-kath. Kirchengemeinde Murgtal | Markus Moser |
| Mittlerer Oberrhein-Pforzheim | St. Alexander Rastatt | Röm.-kath. Kirchengemeinde St. Alexander Rastatt | Ulrich Stoffers |
| Mittlerer Oberrhein-Pforzheim | St. Bernhard Baden-Baden | Röm.-kath. Kirchengemeinde Baden-Baden | Lorenz Seiser |
| Rhein-Neckar | St. Sebastian Mannheim | Röm.-kath. Kirchengemeinde Mannheim | Lukas Glocker |
| Rhein-Neckar | Hl. Geist Heidelberg | Röm.-kath. Kirchengemeinde Heidelberg | Marius Fletschinger |
| Rhein-Neckar | St. Marien Weinheim | Röm.-kath. Kirchengemeinde Nordbadische Bergstraße | Johannes Balbach |
| Rhein-Neckar | St. Jakobus Sinsheim | Röm.-kath. Kirchengemeinde Kraichgau | Tobias Streit |
| Rhein-Neckar | St. Aegidius St. Ilgen | Röm.-kath. Kirchengemeinde Wiesloch | Bernhard Pawelzik |
| Rhein-Neckar | St. Pankratius Schwetzingen | Röm.-kath. Kirchengemeinde Mittlere Kurpfalz | Uwe Lüttinger gemeinsam mit Christan Müller |
| Odenwald-Tauber | St. Jakobus Lauda | Röm.-kath. Kirchengemeinde Lauda | P. Joachim Seraphin MSF |
| Odenwald-Tauber | St. Martin und Lioba Tauberbischofsheim | Röm.-kath. Kirchengemeinde An Tauber und Main | Thomas Holler |
| Odenwald-Tauber | St. Oswald Buchen | Röm.-kath. Kirchengemeinde Bauland-Odenwald | Frederik Reith |
| Odenwald-Tauber | St. Maria Mosbach-Neckarelz | Röm.-kath. Kirchengemeinde St. Maria Mosbach-Neckarelz | Michael Gartner |
| Bodensee-Hohenzollern | Herz Jesu Singen | Röm.-kath. Kirchengemeinde Hegau | Michael Knaus |
| Bodensee-Hohenzollern | St. Zeno Radolfzell | Röm.-kath. Kirchengemeinde Bodensee-Hegau | Heinz Vogel |
| Bodensee-Hohenzollern | Hl. Dreifaltigkeit Konstanz | Röm.-kath. Kirchengemeinde Konstanz | Michael Teipel |
| Bodensee-Hohenzollern | St. Nikolaus Markdorf | Röm.-kath. Kirchengemeinde Linzgau-Bodensee | Matthias Zimmermann |
| Bodensee-Hohenzollern | Herz Jesu Sigmaringen | Röm.-kath. Kirchengemeinde Sigmaringen | Stefan Schmid |
| Bodensee-Hohenzollern | St. Jakobus Hechingen | Röm.-kath. Kirchengemeinde Zollern | Thomas Fürst |
Mit der Reform reduziert das Erzbistum Freiburg seine Pfarreienzahl von rund 1.000 auf 36. Die neue Struktur tritt vollständig zum 1. Januar 2026 in Kraft. Ziel ist eine langfristig tragfähige Organisation mit klaren Zuständigkeiten, verbindlichen Leitungsteams und gestärkter Mitwirkung vor Ort.
Quelle: SWR
FAQ
Was ändert sich im Erzbistum Freiburg ab dem 1. Januar 2026?
Ab dem 1. Januar 2026 werden im Erzbistum Freiburg rund 1.000 Einzelpfarreien zu insgesamt 36 neuen Großpfarreien zusammengeführt.
Warum führt das Erzbistum Freiburg diese Strukturreform durch?
Die Reform reagiert auf sinkende Mitgliederzahlen, zurückgehende Kirchensteuereinnahmen und den Priestermangel und ist Teil des langfristigen Prozesses „Kirchenentwicklung 2030“.
Wie groß sind die neuen Großpfarreien?
Die neuen Pfarreien können bis zu 100.000 Gläubige umfassen und werden jeweils von einem Leitungsteam betreut.
Wer leitet die neuen Pfarreien?
Jede neue Pfarrei wird von einem Team aus einem Pfarrer, einer leitenden Referentin oder einem leitenden Referenten sowie einer Finanzökonomin oder einem Finanzökonomen geführt.
Bleiben Gottesdienste an den bisherigen Standorten bestehen?
Ja, Gottesdienste finden weiterhin an vielen Orten statt, da nicht die kirchliche Präsenz vor Ort, sondern vor allem die Verwaltungsstrukturen verändert werden.
Welche Rolle spielen Gemeindeteams künftig?
Die bestehenden rund 900 Gemeindeteams bleiben erhalten, arbeiten enger mit den Priestern zusammen und gewinnen innerhalb der neuen Strukturen an Bedeutung.
Was ist die Aufgabe der Pfarreiräte?
Die Pfarreiräte legen die strategische Ausrichtung der neuen Pfarreien fest, etwa bei Fragen zu Immobilien, Gebäudenutzung und pastoralen Angeboten.
Wann wurden die neuen Pfarreiräte gewählt?
Die Wahlen für die Pfarreiräte der 36 neuen Pfarreien fanden am 19. Oktober 2025 statt.
Wie viele Regionen sind von der Reform betroffen?
Die Reform betrifft alle Regionen des Erzbistums Freiburg, darunter Breisgau-Schwarzwald-Baar, Hochrhein, Ortenau, Rhein-Neckar, Odenwald-Tauber und Bodensee-Hohenzollern.
Ändern sich die Zuständigkeiten der Pfarrer?
Ja, die Zuständigkeiten der künftigen Pfarrer sind verbindlich festgelegt und beziehen sich jeweils auf eine der 36 neuen Großpfarreien.
