Heute sind in Baden-Württemberg erneut zahlreiche Menschen dem Aufruf von Fridays for Future gefolgt. Von Freiburg über Karlsruhe bis Stuttgart, Konstanz, Freudenstadt und Tübingen finden Kundgebungen und Protestzüge statt. Die Bewegung fordert einen sofortigen Stopp neuer Erdgasprojekte und einen konsequenten Ausstieg aus fossilen Energien.
Inhaltsverzeichnis:
- Protestzug durch Freiburger Innenstadt
- Gaskraftwerk RDK 9 in Karlsruhe
- Autofreie Innenstadt in Konstanz
- Fahrraddemo in Stuttgart und weitere Aktionen
- Forderungen von Fridays for Future in Baden-Württemberg
Protestzug durch Freiburger Innenstadt
In Freiburg begann die Veranstaltung um 13 Uhr auf dem Stühlinger Kirchplatz. Auf dem Programm standen Redebeiträge, Musik und eine Aktion zur Verschenkung von Pflanzen. Ab 14 Uhr setzte sich ein Protestzug mit bis zu 1.500 Menschen durch die Innenstadt in Bewegung. Die Route führte am Hauptbahnhof vorbei über den Platz der Alten Synagoge und die Blaue Brücke zurück zum Ausgangspunkt. Bereits ab 11 Uhr kam es zu Straßensperrungen, die spätestens um 18 Uhr wieder aufgehoben werden sollen. Auch im Straßenbahnverkehr kam es zu Verzögerungen.
- Startpunkt: Stühlinger Kirchplatz
- Beginn: 13 Uhr
- Protestzug: ab 14 Uhr
- Erwartete Teilnehmende: 1.500
- Sperrungen bis: 18 Uhr
Gaskraftwerk RDK 9 in Karlsruhe
In Karlsruhe rief Fridays for Future am Nachmittag zu einer Demonstration unter dem Motto „Vereint für Klima und Gerechtigkeit“ auf. Rund 1.000 Teilnehmende wurden erwartet. Ein zentrales Thema war das geplante Gaskraftwerk RDK 9 im Rheinhafen. Die AG Klimaworkshops des Karlsruher Klimabündnisses erklärte, dass dieses Vorhaben ein Rückschritt in der Energiepolitik sei. Nach eigenen Angaben blockiere das Projekt Investitionen in klimafreundliche Stromerzeugung und erschwere den Weg zur Klimaneutralität.
Autofreie Innenstadt in Konstanz
Auch in Konstanz beteiligte sich Fridays for Future am Aktionstag. Unter dem Motto „Autos raus aus der Innenstadt“ fand eine Kundgebung auf dem Stephansplatz statt. Dieser Platz wird bislang als Parkplatz genutzt. Zwar wurde eine Umgestaltung zu einem autofreien Areal beschlossen, die Ortsgruppe fürchtet jedoch, dass die Umsetzung wegen fehlender Mittel verzögert oder gestrichen werden könnte. Ziel der Aktion war es, das Thema erneut in den Vordergrund zu rücken und mit Passantinnen und Passanten ins Gespräch zu kommen.
Fahrraddemo in Stuttgart und weitere Aktionen
In Stuttgart begann die Kundgebung um 16 Uhr auf dem Marktplatz. Sie richtete sich gegen die nach Ansicht der Aktivistinnen und Aktivisten „rückwärtsgewandte Energiepolitik der Bundesregierung“. Teil des Programms war eine Bildaktion mit einer symbolischen Wippe. Ab 17 Uhr startete außerdem eine Fahrraddemo.
Bereits am Vormittag fanden in Freudenstadt ab 11 Uhr Proteste zwischen Stadtkirche und Barbenbrunnen statt. In Tübingen begannen um 12:30 Uhr Infostände auf der Neckarinsel, gefolgt von einer Kundgebung um 13 Uhr. Hier ergänzte ein Theaterstück das Programm, das die weltweiten Gasbohrungen symbolisch darstellte.
Forderungen von Fridays for Future in Baden-Württemberg
Mit Blick auf die Landtagswahlen im kommenden März verlangt die Bewegung von allen demokratischen Parteien eine klare Position für den Klimaschutz. Paula Kanzleiter von Fridays for Future Karlsruhe betonte, dass Baden-Württemberg mit seinem Forschungssektor und seiner Exportstärke gute Voraussetzungen habe.
- Sofortiger Stopp neuer Erdgasprojekte, unter anderem in der Nordsee und in Reichling in Bayern.
- Bundesweiter Ausstieg aus der Gasversorgung.
- Konsequente Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen auf Landes- und Bundesebene.
Im September werden Entscheidungen zu europäischen Klimazielen und zu Gasbohrungen in der Nordsee erwartet. Fridays for Future will bis dahin den Druck auf Politik und Wirtschaft erhöhen.
Quelle: SWR
