Neue Lehrkräfte starten ins Schuljahr in Südbaden
Neue Lehrkräfte starten ins Schuljahr in Südbaden, Pexels/Foto illustrativ

Zum Start des neuen Schuljahres meldet das Regierungspräsidium Freiburg steigende Einstellungszahlen. Rund 1.700 neue Lehrkräfte nehmen ihre Arbeit auf, das sind etwa 230 mehr als im vergangenen Jahr. Trotzdem bleiben zahlreiche Stellen unbesetzt. Besonders außerhalb der Stadt Freiburg bleibt die Situation angespannt.

Inhaltsverzeichnis:

Regierungspräsident Carsten Gabbert sieht offene Stellen

Trotz der gestiegenen Zahl an Neueinstellungen können nicht alle Positionen besetzt werden. Nach Angaben des Freiburger Regierungspräsidenten Carsten Gabbert fehlen weiterhin Pädagoginnen und Pädagogen in abgelegenen Regionen. Hierfür gibt es mehrere Gründe:

  • Schulen in größerer Entfernung von Freiburg sind weniger attraktiv.
  • Eine schwache Zuganbindung schreckt Bewerberinnen und Bewerber ab.
  • Viele Absolventinnen und Absolventen aus Freiburg möchten in der Stadt bleiben.

Zusätzlich erschwert der Blick ins Nachbarland Schweiz die Situation. Dort locken höhere Gehälter, was für junge Lehrkräfte im Grenzgebiet ein entscheidender Faktor ist.

Es fehlen Lehrkräfte in entfernteren Regionen
Es fehlen Lehrkräfte in entfernteren Regionen, Pexels/Foto illustrativ

Regina Höfler berichtet aus Lörrach und Waldshut

In den Landkreisen Lörrach und Waldshut spiegelt sich dieser Trend deutlich wider. Regina Höfler, stellvertretende Amtsleiterin des Schulamts Lörrach, bestätigt die Entwicklung. Sie ist zuständig für die Vermittlung neuer Lehrkräfte an Grundschulen und sonderpädagogischen Bildungszentren.

Die Zahl der Bewerbungen sei zwar gestiegen, doch Schulen mit mehr als einer Stunde Fahrzeit von Freiburg hätten weiterhin große Probleme. Einrichtungen, die sich modern im Internet präsentieren oder besondere pädagogische Konzepte anbieten, haben bessere Chancen, Lehrkräfte zu gewinnen.

Neue Chancen durch das G9-System

Das Regierungspräsidium Freiburg hofft nun auf Bewerbungen von Gymnasiallehrkräften. Grund dafür ist die Rückkehr zum G9-System an den Gymnasien in Baden-Württemberg. Durch diese Umstellung ist der Bedarf an Lehrkräften an Gymnasien in diesem Jahr gesunken, was Beschäftigungslücken für viele Absolventinnen und Absolventen hinterlässt.

Zusätzlich gibt es rund 370 neu ausgeschriebene Stellen. Ein Programmierfehler hatte diese Positionen zuvor fälschlicherweise als vergeben angezeigt. Der Großteil dieser Stellen betrifft sonderpädagogische Bildungszentren. Bewerbungen sind noch bis Ende Oktober möglich.

Mehr Schülerinnen und Schüler in Südbaden

Am Montag beginnt der Unterricht für rund 285.500 Schülerinnen und Schüler an 863 öffentlichen Schulen im Regierungsbezirk Freiburg. Das sind etwa 2.500 mehr als im Vorjahr.

Die Verteilung zeigt klare Unterschiede:

  1. Haupt- und Werkrealschulen, Realschulen und Gemeinschaftsschulen verzeichnen leichte Zuwächse.
  2. Bei den beruflichen Schulen und den allgemein bildenden Gymnasien gehen die Zahlen leicht zurück.

Die demografische Entwicklung erhöht den Druck auf das Schulsystem zusätzlich. Mehr Kinder in den Klassenzimmern bedeuten einen wachsenden Bedarf an Lehrkräften – besonders in den Regionen, die schon jetzt unterversorgt sind.

 Quelle: SWR