Der neue EuroNight der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) bringt Reisende künftig bequem über Nacht von Basel bis ins schwedische Malmö. Ab dem 15. April 2026 verkehrt der Zug dreimal pro Woche mit Stopps in Freiburg, Karlsruhe und Mannheim. Die Buchung der Tickets wurde bereits am 4. November freigeschaltet, was großes Interesse bei Bahnreisenden in Deutschland und Skandinavien ausgelöst hat. Der Zug bietet Platz für rund 350 Passagiere in drei Komfortklassen. Trotz seiner modernen Ausstattung und klimafreundlichen Verbindung droht dem Projekt allerdings ein Rückschlag, da die Finanzierung durch staatliche Zuschüsse noch nicht endgültig gesichert ist.
Inhaltsverzeichnis:
- Fahrplan zwischen Freiburg und Malmö
- Verbindung über die Öresund-Brücke
- Tickets und Komfort
- Staatliche Zuschüsse und politische Entscheidung
Fahrplan zwischen Freiburg und Malmö
Die SBB gab den detaillierten Fahrplan bereits im Herbst bekannt. In Fahrtrichtung Norden hält der EuroNight mittwochs, freitags und sonntags um 18:24 Uhr in Freiburg (Breisgau) Hbf, um 19:38 Uhr in Karlsruhe Hbf und um 20:18 Uhr in Mannheim Hbf. Die Ankunft in Malmö erfolgt am nächsten Morgen um 9:35 Uhr.
In Richtung Süden fährt der Zug donnerstags, samstags und montags um 18:57 Uhr in Malmö ab. Er erreicht Mannheim Hbf um 7:58 Uhr, Karlsruhe Hbf um 8:46 Uhr und Freiburg Hbf um 10:39 Uhr. An den Halten in Baden-Württemberg ist der Einstieg nur in Richtung Norden und der Ausstieg nur in Richtung Süden möglich.
Für viele Menschen in Südbaden ist die neue Verbindung eine willkommene Erweiterung des europäischen Bahnnetzes. Reisende können jetzt direkt vom Ländle nach Skandinavien fahren – ohne Umstieg. Weitere aktuelle Informationen aus der Region finden sich etwa in Artikeln wie der Freiburger Weihnachtsmarkt startet mit neuem Sicherheitskonzept.
Verbindung über die Öresund-Brücke
Die Strecke von Basel nach Malmö ist rund 1.400 Kilometer lang.
Die Fahrt dauert etwa 14 Stunden. Auf dem letzten Streckenabschnitt überquert der Zug die imposante Öresund-Brücke, die Dänemark und Schweden verbindet. Mit fast acht Kilometern Länge zählt sie zu den längsten Brücken Europas. Sie verbindet die dänische Hauptstadt Kopenhagen direkt mit Malmö, was den Nachtzug zu einer attraktiven Alternative für umweltbewusste Reisende macht.
Auch für Reisende aus Freiburg bietet der neue EuroNight eine bequeme Anbindung an Skandinavien, ohne Flugreisen in Anspruch nehmen zu müssen. Mehr Ideen für umweltfreundliche Reisen gibt es in Artikeln wie Urlaub ohne Menschenmengen.
Tickets und Komfort
Die Tickets sind ab dem 4. November über die App SBB Mobile, auf sbb.ch und in den Reisezentren erhältlich. Die Preise sind laut SBB mit bestehenden Nachtzugverbindungen aus der Schweiz vergleichbar. Genaue Beträge wurden jedoch noch nicht veröffentlicht.
Es gibt drei Komfortklassen:
- Sitzwagen
- Liegewagen
- Schlafwagen
Je nach Kategorie variieren Ausstattung und Preis. Insgesamt können etwa 350 Passagiere pro Fahrt befördert werden. Die Nachfrage ist laut SBB bereits hoch, insbesondere für die Sommermonate 2026.
Staatliche Zuschüsse und politische Entscheidung
Ob der neue Nachtzug langfristig bestehen bleibt, hängt von der Schweizer Politik ab. Das Parlament muss über Subventionen in Höhe von 47 Millionen Franken bis 2030 entscheiden. Aktuell ist ein jährlicher Beitrag von rund zehn Millionen Franken vorgesehen. Einige Abgeordnete haben jedoch angekündigt, angesichts der Sparmaßnahmen Einsparungen prüfen zu wollen.
Sollte die Finanzierung nicht genehmigt werden, könnte der Nachtzug noch vor seiner Inbetriebnahme wieder eingestellt werden. In diesem Fall hat die SBB zugesagt, Kundinnen und Kunden rechtzeitig zu informieren und bereits verkaufte Tickets zu erstatten. Ähnliche logistische Herausforderungen im Bahnverkehr der Region sind auch beim Thema Bauarbeiten an der Rheintalbahn zu beobachten.
Der neue EuroNight steht somit symbolisch für das wachsende Interesse an nachhaltigen und grenzüberschreitenden Bahnreisen in Europa. Trotz politischer Unsicherheiten gilt die Verbindung als ein bedeutender Schritt für den umweltfreundlichen Verkehr zwischen Mitteleuropa und Skandinavien.
Quelle: SWR, GLOBEWINGS
