Opfer von Gewalttaten können in Freiburg und Ulm nun kostenlos Spuren gerichtsfest sichern lassen. Das Land Baden-Württemberg und die Krankenkassen übernehmen die Kosten. Die Maßnahme erweitert ein bestehendes Netz von Angeboten an Universitätskliniken.
Inhaltsverzeichnis:
- Freiburg und Ulm erweitern das Netz
- Unterstützung für Gewaltopfer
- Kliniken und Krankenkassen tragen die Kosten
- Mehr Rechtssicherheit für Betroffene
Freiburg und Ulm erweitern das Netz
Baden-Württemberg hat Vereinbarungen mit den Universitätskliniken Freiburg und Ulm abgeschlossen. Dort werden Spuren von Gewalt kostenlos und ohne vorherige Anzeige gesichert. Bisher war dies nur in Heidelberg und Stuttgart möglich. Mit dem Schritt steigt die Zahl der Standorte auf 4.
Das Gesundheitsministerium erklärte, dass dadurch der Opferschutz verbessert wird. Die Spurensicherung erfolgt unabhängig vom laufenden Verfahren. Sie bleibt archiviert und kann zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden.
Unterstützung für Gewaltopfer
Opfer von Vergewaltigungen, sexueller Gewalt oder Misshandlungen müssen nicht sofort eine Anzeige erstatten. Sie können sich später entscheiden. Die gesicherten Spuren können entscheidend sein, um Täter vor Gericht zu verurteilen.
Früher wurden Beweise nur im Rahmen einer Anzeige gesichert. Mit der neuen Regelung entsteht mehr Handlungsspielraum für Betroffene. So können sie sich in einer akuten Notlage zunächst stabilisieren.
Kliniken und Krankenkassen tragen die Kosten
- Das Land Baden-Württemberg beteiligt sich an den Ausgaben.
- Krankenkassen übernehmen die Finanzierung der Untersuchungen.
- Die Gewaltambulanzen an den Kliniken sind die zentralen Anlaufstellen.
Johannes Bauernfeind, Vorstand der AOK Baden-Württemberg, erklärte, viele Betroffene seien direkt nach einem Übergriff nicht in der Lage zu handeln. Die Ambulanzen ermöglichen einen vertraulichen und niederschwelligen Zugang zur Spurensicherung.
Mehr Rechtssicherheit für Betroffene
Mit den zusätzlichen Verträgen wurde das bestehende Netz ausgeweitet. Vier Ambulanzen stehen nun in Freiburg, Heidelberg, Ulm und Stuttgart bereit. Vertreter der Kliniken betonten, die Regelung unterstütze eine selbstbestimmte Entscheidung der Opfer. Sie biete zudem höhere Rechtssicherheit im späteren Verfahren.
Quelle: SWR
