Pollenmonitor in Freiburg
Pollenmonitor in Freiburg, pixabay/Foto illustrativ

Eine neue Maschine auf dem Dach des Deutschen Wetterdienstes in Freiburg analysiert Pollen mit künstlicher Intelligenz und macht Vorhersagen präziser. Die Anlage arbeitet automatisiert und liefert schnelle Ergebnisse. Davon profitieren schätzungsweise Millionen Allergiker sowie Betriebe in mehreren Branchen.

Inhaltsverzeichnis:

Neuer pollenmonitor in Freiburg

Seit kurzer Zeit steht auf dem Gebäude des Deutschen Wetterdienstes in Freiburg ein automatischer Pollenmonitor. Das Gerät saugt Luft an, erkennt Pollen per KI und sendet die Auswertung direkt an die Pollenflugzentrale. Es wird Teil eines Netzes mit insgesamt 16 automatischen Pollenmonitoren in Deutschland. Die Messwerte fließen in die bestehende Pollenflugvorhersage ein und erhöhen deren Genauigkeit.

Stefan gilge und Freiburg

Ähnliche Systeme gibt es bereits. Allerdings dauert deren Auswertung länger. Der automatische Pollenmonitor misst im Sechs-Stunden-Takt, wertet Daten an Ort und Stelle aus und übermittelt sie anschließend nach Freiburg. Verantwortlich für die Einordnung ist das Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung. Dessen Leiter ist Stefan Gilge.

Wichtige pollenarten und Takt

Erfasst werden 8 zentrale allergene Pollenarten: Hasel, Erle, Esche, Birke, Gräser, Roggen, Beifuß, Ambrosia. Zusätzlich kommen 26 weitere Arten hinzu. Die KI vergleicht eingefangene Partikel mit trainierten Pollenbildern. Während der Blühphase liefert das System 4-mal täglich Messdaten, außerhalb der Saison mindestens 1-mal pro Tag. In Freiburg gehen diese Daten direkt in die regionale Vorhersage ein.

  • 8 Hauptarten plus 26 weitere
  • 4 Messungen täglich in der Saison
  • 1 Messung täglich außerhalb der Saison

Kosten nutzen und Zugang

Allergien verursachen in Deutschland pro Jahr volkswirtschaftliche Kosten von rund 4 000 000 000 Euro. Die Installation der 16 Pollenmonitore kostet etwa 2 000 000 Euro. Selbst kleine Verbesserungen der Prognose machen die Investition sinnvoll. Betroffene erhalten Informationen über zwei Wege.

  1. Warnwetter-App des Deutschen Wetterdienstes, Preis 2,49 Euro
  2. Täglicher Newsletter auf der Internetseite des Dienstes

Der Newsletter informiert einmal täglich über die aktuelle Pollensituation und unterstützt die Planung von Aktivitäten im Freien. So lassen sich Medikamente zielgerichteter dosieren und besonders belastende Tage vermeiden.

Quelle: SWR