Der Weihnachtsmarkt in Freiburg zieht 2025 so viele Menschen an wie nie zuvor. Die Wege sind voll, die Plätze belebt. 1,54 Millionen Besucherinnen und Besucher kommen in die Innenstadt. Die Stimmung ist international. Wirtschaftlich bleibt das Bild jedoch nüchtern. Die Besucherzahl erreicht einen historischen Höchstwert, der Umsatz steigt nicht. Diese Entwicklung prägt das Weihnachtsgeschäft in Freiburg und ganz Südbaden. Schon im Advent zeigt sich, dass hohe Frequenz nicht automatisch höhere Einnahmen bedeutet.
Inhaltsverzeichnis:
- Besucherrekord auf dem Weihnachtsmarkt Freiburg
- Internationale Gäste und starke Präsenz am Karlsplatz
- Peter Spindler und der Handel in Südbaden
- Inflation und Bilanz zum Jahresende
Besucherrekord auf dem Weihnachtsmarkt Freiburg
Der Freiburger Weihnachtsmarkt verzeichnet 2025 einen neuen Rekord mit 1,54 Millionen Gästen. Das sind 160.000 mehr als im Vorjahr. Die Zahlen nennt Thomas Barth, Projektleiter bei der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH. Er beobachtet konstante Umsätze trotz spürbarer Kaufzurückhaltung.
Der Markt erstreckt sich über mehrere zentrale Plätze. Besonders stark frequentiert ist der Karlsplatz. Dort werden über 1.700 Reisebusse gezählt. Viele kommen aus der Schweiz und aus Frankreich. Andere aus Spanien und Italien. Sogar ein Fernsehteam aus Südkorea ist am letzten Markttag vor Ort.
Parallel sorgen kulturelle Angebote für zusätzliche Aufmerksamkeit. Dazu zählen weihnachtliche Klänge in der Schusterstraße, die weitere Besucher in die Innenstadt führen und das Gesamtbild des Advents prägen.
Internationale Gäste und starke Präsenz am Karlsplatz
Die Herkunft der Gäste ist breit gefächert. Neben Tagesbesuchern aus der Region reisen viele Touristinnen und Touristen gezielt nach Freiburg. Der Weihnachtsmarkt fungiert damit als internationales Aushängeschild der Stadt.
Die hohe Frequenz sorgt für volle Stände, aber nicht für höhere Gewinne. Thomas Barth spricht von stabilen Einnahmen ohne Zuwachs. Die sinkende Kaufkraft ist sichtbar. Dieses Muster zeigt sich auch im Einzelhandel außerhalb des Marktes.
Vergleichbare Tendenzen zeigen auch Weihnachtsmärkte in Südbaden und im Elsass, die ebenfalls hohe Besucherzahlen melden, jedoch wirtschaftlich unter Druck stehen.
Peter Spindler und der Handel in Südbaden
Peter Spindler, Geschäftsführer des Handelsverbands Südbaden, beschreibt einen schwierigen Start in das Weihnachtsgeschäft. „Nicht locker genug“, sagt er über die Ausgabebereitschaft der Kundschaft. Eine echte Konsumstimmung fehle.
Die Umsätze verteilen sich ungleich. Rund 20 bis 25 Prozent der Händler sind zufrieden. Etwa 60 Prozent hadern mit den Ergebnissen. Besonders problematisch sei die Konkurrenz durch große Online-Plattformen. Spindler spricht von einem unfairen Wettbewerb.
Täglich kommen zwischen 400.000 und 1 Million Pakete aus China nach Deutschland. Viele Waren erfüllen laut ihm nicht die rechtlichen Standards. Der Druck auf den stationären Handel wächst. Zusätzliche Einordnung liefert der Wandel des Freiburger Arbeitsmarkts, der die wirtschaftliche Lage weiter erklärt.
Inflation und Bilanz zum Jahresende
Der Handelsverband Deutschland rechnet mit einer Umsatzsteigerung von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Inflation liegt jedoch bei 2,3 Prozent. Real bedeutet das sinkende Gewinne für viele Betriebe. Steigende Kosten gleichen die Mehreinnahmen aus.
Die Hoffnung richtet sich auf die letzten Tage vor und nach Heiligabend. In dieser Phase erreicht das Weihnachtsgeschäft traditionell seinen Höhepunkt. Auch Einkäufe mit Gutscheinen und Bargeldgeschenken spielen eine Rolle.
Thomas Barth zieht eine sachliche Bilanz. „Plus minus null, das ist schon ein Gewinn in der heutigen Zeit.“ Das Sicherheitskonzept mit geschützten Zufahrtswegen funktioniert. Abgesehen von wenigen, harmlosen Zwischenfällen verläuft der Markt reibungslos. Eine Routine-Veranstaltung mit Rekordpublikum, aber ohne finanziellen Aufschwung.
Quelle: SWR
FAQ
Wie viele Menschen haben den Weihnachtsmarkt Freiburg 2025 besucht?
2025 besuchen 1,54 Millionen Menschen den Weihnachtsmarkt in Freiburg. Damit wird ein neuer Rekord erreicht. Im Vergleich zum Vorjahr kommen 160.000 Besucherinnen und Besucher mehr.
Hat der Besucherrekord zu höheren Umsätzen geführt?
Trotz der Rekordbesucherzahlen steigen die Umsätze nicht. Sowohl auf dem Weihnachtsmarkt als auch im Einzelhandel bleiben die Einnahmen stabil, ohne spürbares Wachstum.
Woher kommen die internationalen Gäste des Freiburger Weihnachtsmarkts?
Viele Gäste reisen aus der Schweiz und aus Frankreich an. Hinzu kommen Besucher aus Spanien und Italien. Sogar ein Fernsehteam aus Südkorea ist am letzten Markttag vor Ort.
Wie bewertet der Handel in Südbaden das Weihnachtsgeschäft 2025?
Peter Spindler vom Handelsverband Südbaden beschreibt die Konsumstimmung als zurückhaltend. Nur 20 bis 25 Prozent der Händler sind zufrieden, rund 60 Prozent zeigen sich unzufrieden.
Welche Rolle spielt die Inflation für die Bilanz des Weihnachtsgeschäfts?
Die Inflation von 2,3 Prozent liegt über der erwarteten Umsatzsteigerung von 1,5 Prozent. Dadurch erzielen viele Händler real geringere Gewinne als im Vorjahr.
