Nach drei Siegen in Folge mussten die Fußballerinnen des 1. FC Union Berlin am Sonntag eine klare Niederlage hinnehmen. Der Bundesliga-Aufsteiger unterlag dem SC Freiburg im Stadion An der Alten Försterei mit 0:3 (0:2). Die Gäste aus dem Schwarzwald überzeugten mit präzisem Kombinationsspiel und taktischer Disziplin. Für Union war es das erste Pflichtspiel ohne eigenen Torerfolg seit dem Aufstieg.
Inhaltsverzeichnis:
- Frühe Führung durch Maj Schneider
- Zweiter Treffer kurz vor der Pause
- Aufbäumen nach der Pause
- Spätes Tor von Alena Bienz sichert den Sieg
- Zahlen und Fakten
- Lisa Karl prägt das Freiburger Spiel
- Berlinerinnen ohne Durchschlagskraft
Frühe Führung durch Maj Schneider
Der SC Freiburg begann druckvoll und setzte die Gastgeberinnen von Beginn an unter Druck. Schon in der 4. Minute prüfte Luca Birkholz mit einem Schuss ans Außennetz die Aufmerksamkeit der Berliner Defensive. In der 16. Minute fiel das 0:1 durch Maj Schneider, die eine Vorlage von Lisa Karl verwandelte. Zuvor hatte Karl auf der linken Seite im Zusammenspiel mit Sophie Nachtigall den Angriff eingeleitet.
Union reagierte nervös. Der Spielaufbau blieb fehlerhaft, und viele Aktionen endeten in Ballverlusten. Kurz darauf folgte ein weiterer Rückschlag: Naika Reissner, bis dahin eine der aktivsten Spielerinnen, verletzte sich am linken Knöchel schwer und musste ausgewechselt werden. Für sie kam Antonia Halverkamps in die Partie.
Zweiter Treffer kurz vor der Pause
Die Freiburgerinnen dominierten weiter das Geschehen. Sie standen kompakt und nutzten die Unsicherheiten der Berlinerinnen konsequent aus. Kurz vor der Halbzeit erhöhte Luca Birkholz nach einem schnellen Angriff auf 0:2 (42.). Der Treffer fiel nach einem Ballverlust von Sophie Weidauer im Spielaufbau, den Freiburg mit wenigen Pässen bestrafte.
Union hatte bis zur Pause kaum gefährliche Aktionen. Die Statistik sprach eine klare Sprache: 6:14 Torschüsse aus Sicht der Gastgeberinnen. Auch bei Eckbällen lag Union mit 2:6 deutlich zurück. Trainerin Ailien Poese zeigte sich nach dem Spiel enttäuscht: Ihre Mannschaft sei „in der ersten Halbzeit in den Zweikämpfen immer einen Schritt zu spät“ gewesen.
Aufbäumen nach der Pause
Im zweiten Durchgang steigerte sich Union sichtbar. Das Team agierte aggressiver und suchte häufiger den direkten Weg zum Tor. In der 54. Minute vergab Halverkamps einen Freistoß aus vielversprechender Position. Drei Minuten später hatte Eileen Campbell, ehemalige Freiburgerin, Pech: Ihr Kopfball traf nur die Latte.
Die Berlinerinnen kämpften sich zurück ins Spiel, ohne die Gäste ernsthaft zu gefährden. Besonders Dina Orschmann zeigte viel Einsatz, fand aber kaum Unterstützung im Angriff. Freiburg verteidigte kompakt und blieb bei Kontern gefährlich. Trainer Edmond Kapllani lobte die Disziplin seiner Mannschaft und betonte die geschlossene Leistung des Teams.
Spätes Tor von Alena Bienz sichert den Sieg
In der Schlussphase nutzten die Freiburgerinnen eine der wenigen offenen Räume. In der 89. Minute traf Alena Bienz per Volleyschuss zum 0:3-Endstand. Die Vorlage kam von Leela Egli, die über rechts geschickt durchgebrochen war. Damit besiegelte Freiburg einen verdienten Auswärtserfolg.
Auffälligste Spielerin auf dem Platz war Kapitänin Lisa Karl. Seit ihrem 15. Lebensjahr trägt sie das Trikot des SC Freiburg. Über die linke Seite leitete sie zahlreiche Angriffe ein und setzte immer wieder Akzente. Ihr Zweikampf gegen Dina Orschmann in der 16. Minute leitete indirekt die Führung ein.
Zahlen und Fakten
Spielstatistik:
- Torschüsse: Union 15, Freiburg 19
- Eckbälle: Union 2, Freiburg 6
- Ballbesitz: Freiburg 58 %, Union 42 %
- Fouls: Union 9, Freiburg 7
Torschützinnen:
- Maj Schneider (16.)
- Luca Birkholz (42.)
- Alena Bienz (89.)
Besonderheiten:
- Verletzung von Naika Reissner (20 Jahre) in der 23. Minute
- Erstes torloses Spiel für Union in der Bundesliga
- Drittes Auswärtsspiel ohne Gegentor für Freiburg
Lisa Karl prägt das Freiburger Spiel
Die Kapitänin stand im Mittelpunkt des Geschehens. Ihre präzisen Flanken und das sichere Stellungsspiel gaben der Freiburger Defensive Stabilität. Immer wieder unterstützte sie den Angriff und war Initiatorin gefährlicher Szenen. Ihr Zusammenspiel mit Sophie Nachtigall und Maj Schneider war entscheidend für den frühen Vorsprung.
Auch im defensiven Umschalten überzeugte sie mit klarem Timing. Ihre Zweikampfstärke und Ruhe am Ball machten sie zur prägenden Figur des Spiels. Kapllani bezeichnete die Leistung seiner Kapitänin als „entscheidend für die Balance zwischen Offensive und Defensive“.
Berlinerinnen ohne Durchschlagskraft
Union Berlin zeigte trotz gesteigertem Einsatz in der zweiten Halbzeit zu wenig Durchsetzungsvermögen. Viele Angriffe endeten an der gut organisierten Freiburger Abwehr. Besonders in der Offensive fehlte die Präzision. Trainerin Poese sah dennoch Fortschritte: In der zweiten Hälfte sei ihr Team „besser in die Zweikämpfe gekommen“.
Die Berlinerinnen müssen nun auf die Diagnose bei Naika Reissner warten. Ihr Ausfall könnte Union in den kommenden Wochen zusätzlich schwächen. Für den Aufsteiger war das 0:3 ein deutlicher Rückschlag, aber auch eine wichtige Lektion im Bundesliga-Alltag.
Endstand: 1. FC Union Berlin – SC Freiburg 0:3 (0:2)
Tore: Schneider (16.), Birkholz (42.), Bienz (89.)
Zuschauer: 3.500 in der Alten Försterei
Schiedsrichterin: Katharina Wurtinger (Hamburg)
Quelle: rbb24, YouTube
