Mit dem Jahreswechsel 2026 stehen Verbraucher in einer baden-württembergischen Großstadt vor neuen Zusatzkosten. Einwegverpackungen werden dort künftig besteuert. Andere Kommunen im Land beschäftigen sich ebenfalls mit diesem Instrument. Die Positionen reichen von konkreten Prüfungen bis zu klaren Ablehnungen. Einheitliche Lösungen existieren bisher nicht. Die Diskussion reiht sich ein in weitere kommunale Maßnahmen, die den Alltag in Freiburg bereits verändern, weitere Informationen.
Inhaltsverzeichnis:
Freiburg und Einwegverpackungen
Ab dem 1. Januar 2026 erhebt Freiburg eine Verpackungssteuer auf Einwegprodukte. Die Abgabe betrifft klassische Alltagsgegenstände aus dem Takeaway-Bereich. Für Einwegverpackungen und Einweggeschirr werden 50 Cent fällig. Einwegbesteck kostet zusätzlich 20 Cent. Die Regel gilt für Mitnahmeangebote, Lieferdienste und den direkten Verkauf.
Die Stadtverwaltung begründet den Schritt mit dem steigenden Konsum von Speisen zum Mitnehmen. Takeaway-Angebote und Lieferdienste haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Das damit verbundene Abfallaufkommen gilt als wachsendes Problem. Freiburg verweist auf die Belastung öffentlicher Flächen sowie auf steigende Kosten für Reinigung und Entsorgung. In diesem Zusammenhang rückt auch die Frage der richtigen Entsorgung stärker in den Fokus, mehr dazu. Gleichzeitig soll die Steuer zusätzliche Mittel für den städtischen Haushalt generieren. Ein weiterer Effekt wird erwartet. Konsumenten könnten verstärkt auf Mehrwegangebote ausweichen.
Ein vergleichbares Modell existiert bereits. Seit Anfang 2022 erhebt Tübingen eine kommunale Verpackungssteuer. Die Regelung gilt dort als rechtliche Grundlage für weitere Städte. Freiburg orientiert sich an diesem Vorbild. Inhaltlich ähneln sich die Abgabesätze. Unterschiede bestehen vor allem beim Zeitpunkt der Einführung.
Interesse in Baden-Württemberg
Die Frage nach einer Ausweitung beschäftigt zahlreiche Kommunen in Baden-Württemberg. Eine Übersicht der Deutschen Umwelthilfe zeigt den aktuellen Stand. Mehrere Städte prüfen das Modell oder befinden sich in internen Verfahren. Die Diskussion fällt in eine Phase, in der auch andere Umwelt- und Klimathemen im Land öffentlich verhandelt werden, etwa bei Klimaprotesten in Baden-Württemberg.
Unter dem Status In Prüfung werden Heidelberg, Mannheim, Aalen, Ludwigsburg und Baden-Baden genannt. Parallel dazu laufen Beratungen in Stuttgart, Karlsruhe und Lörrach. Entscheidungen wurden dort bislang nicht final getroffen.
Heidelberg, Mannheim und Stuttgart
Heidelberg kündigte bereits 2023 an, eine Verpackungssteuer Anfang 2025 einzuführen. Diese Planung wurde später korrigiert. Im Doppelhaushalt 2025/2026 fand die Steuer keine Mehrheit. Das Vorhaben wurde verworfen und als Bürokratiemonster bezeichnet.
Mannheim lehnte die Einführung nach einer Abstimmung im Gemeinderat ab. Genannt wurden rechtliche Unsicherheiten und Auslegungsschwierigkeiten. Zusätzlich wären 5,5 neue Stellen für die Umsetzung notwendig gewesen. Die erwarteten Mehreinnahmen hätten sich dadurch weitgehend relativiert.
Auch in Stuttgart wurde die Verpackungssteuer über längere Zeit diskutiert. Im Doppelhaushalt 2026/2027, beschlossen am 19. Dezember, ist sie nicht enthalten. Ob weitere Kommunen dem Beispiel von Tübingen und Freiburg folgen werden, bleibt offen. Die Entwicklung gilt weiterhin als ungewiss.
Quelle: MANNHEIM24, MILEKCORP
FAQ
Ab wann gilt die Verpackungssteuer in Freiburg?
Die Verpackungssteuer gilt in Freiburg ab dem 1. Januar 2026.
Welche Produkte sind von der Verpackungssteuer betroffen?
Betroffen sind Einwegverpackungen, Einweggeschirr sowie Einwegbesteck aus dem Takeaway- und Lieferbereich.
Wie hoch ist die Verpackungssteuer in Freiburg?
Für Einwegverpackungen und Einweggeschirr werden 50 Cent erhoben, für Einwegbesteck zusätzlich 20 Cent.
Gilt die Abgabe auch für Lieferdienste?
Ja, die Regelung gilt sowohl für Mitnahmeangebote als auch für Lieferdienste und den direkten Verkauf.
Welche Stadt erhebt bereits seit 2022 eine Verpackungssteuer?
Tübingen erhebt seit Anfang 2022 eine kommunale Verpackungssteuer.
Welche Städte prüfen eine Verpackungssteuer in Baden-Württemberg?
Zu den Städten mit laufender Prüfung zählen Heidelberg, Mannheim, Aalen, Ludwigsburg und Baden-Baden.
Warum wurde die Verpackungssteuer in Mannheim abgelehnt?
Mannheim lehnte die Steuer wegen rechtlicher Unsicherheiten, praktischer Auslegungsschwierigkeiten und des zusätzlichen Personalbedarfs ab.
Ist eine Verpackungssteuer in Stuttgart geplant?
Nein, im Doppelhaushalt 2026/2027 ist keine Verpackungssteuer enthalten.
