Sicherer Weihnachtszauber in Freiburg und Straßburg
Sicherer Weihnachtszauber in Freiburg und Straßburg, Foto: Pexels/Pexels-Lizenz

Glühwein, Gebäck und Lichterglanz – die Weihnachtsmärkte in Freiburg und Straßburg eröffnen die Adventszeit mit vertrauter Stimmung. Zugleich steht das Thema Sicherheit stärker im Mittelpunkt. Nach mehreren Anschlägen in den vergangenen Jahren reagieren die Veranstalter mit neuen Konzepten und technischen Schutzmaßnahmen. In Freiburg sorgt erstmals das mobile Sperrsystem Armis One für Schutz gegen Fahrzeugangriffe.

Inhaltsverzeichnis:

Neues Sperrsystem Armis One in Freiburg

Der Freiburger Weihnachtsmarkt hat 2025 mit dem Aufbau eines modernen Sicherheitskonzepts begonnen. Das mobile System Armis One, hergestellt in der Schweiz, schützt erstmals alle Zugänge des Marktes. Die klappbaren Barrikaden wiegen 700 Kilogramm und sind 94 Zentimeter hoch, wenn sie aktiviert sind. Drei Module sichern jeweils eine Zufahrt. Insgesamt hat die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe (FWTM) 20 dieser Module gekauft. Der Preis pro Stück beträgt 16.000 Euro.

Projektleiter Thomas Barth bezeichnet die Konstruktion als „Rolls Royce unter den Sperren“. Sie kann selbst bei einem Aufprall eines Lastwagens standhalten. Feuerwehr, Polizei oder Rettungsdienste können sie im Notfall in weniger als 30 Sekunden absenken. Jens Mohrmann, Geschäftsführer der FWTM, bestätigte, dass die Kosten nicht auf die Marktbeschicker umgelegt werden. Auch benachbarte Kommunen haben das gleiche System beschafft, um es künftig gemeinsam zu nutzen.

Mehr über die Eröffnung und das Sicherheitskonzept des Marktes finden Sie hier.

Unterstützung durch Bund und Länder gefordert

Die Anschaffung solcher Systeme belastet viele Kommunen finanziell. Der Deutsche Städtetag fordert deshalb eine Beteiligung von Bund und Ländern. Frank Mentrup, Oberbürgermeister von Karlsruhe und Präsident des Städtetags Baden-Württemberg, erklärte, dass Städten oft die finanziellen Mittel fehlen. Er betont, dass Terrorismusabwehr keine kommunale Aufgabe sei. Gleichzeitig seien Großveranstaltungen wie Weihnachtsmärkte wichtig für das gesellschaftliche Leben.

Mentrup fordert, dass Bund und Länder mehr Verantwortung übernehmen, statt die Städte allein zu lassen. Laut ihm sollten finanzielle Hilfen kommen, um Investitionen in Schutzsysteme und Sicherheitsdienste zu ermöglichen.

Ein weiterer Beitrag über soziale Themen und Gemeinschaft in Baden-Württemberg ist hier verfügbar.

Polizeipräsenz und Sicherheitsstrategie in Straßburg

Auf der französischen Seite setzt Straßburg auf eine andere Strategie. Rund 1000 Einsatzkräfte, darunter Spezialeinheiten der „Opération Sentinelle“, sichern die Altstadt. Cécile Rackette, Kabinettschefin des Präfekten, betont, dass Straßburg als religiöses Symbol ein potenzielles Ziel sei. Die Polizei nutzt festinstallierte und einfahrbare Sperren, Kameras und Drohnen zur Überwachung.

Drohnen und Sperren sichern Weihnachtsmärkte in Straßburg und Colmar
Drohnen und Sperren sichern Weihnachtsmärkte in Straßburg und Colmar, Foto: Pixabay/Pixabay-Lizenz

Drohnen werden auch in Colmar eingesetzt, um größere Menschenansammlungen aus der Luft zu überwachen. Zusätzlich regulieren die Behörden den Besucherstrom. So werden Straßen und Gassen in der Altstadt ab 13 Uhr in eine bestimmte Laufrichtung umgestellt. Der Zugang zum Münster erfolgt nur über das Südportal. Bei zu großem Andrang können Brücken über den Fluss Ill gesperrt werden.

Besucherlenkung und friedliche Atmosphäre

Der Straßburger Weihnachtsmarkt erreichte 2024 mit 3,4 Millionen Gästen einen Besucherrekord. Auch 2025 wird eine ähnlich hohe Zahl erwartet. Die Maßnahmen sollen die Sicherheit erhöhen, ohne die festliche Stimmung zu beeinträchtigen. Jean Hayet, Chef der Police Nationale Bas-Rhin, erklärt, dass man maximale Sicherheit wolle, ohne Angst zu erzeugen.

In Freiburg sieht Polizeivizepräsident Uwe Oldenburg derzeit keine konkreten Gefahrenhinweise. Der Weihnachtsmarkt gilt als friedlich und gut gesichert. Er sagt: „Das ist eine Veranstaltung, die man in aller Ruhe und guten Gewissens besuchen kann.“

Wer sich für weitere Veranstaltungen in der Adventszeit interessiert, findet Informationen über Familienaktivitäten und festliche Events hier.

Die Städte Freiburg und Straßburg zeigen, dass Tradition und Sicherheit miteinander vereinbar sind. Neue Technologien wie Armis One und eine abgestimmte Besucherlenkung bilden die Grundlage für friedliche und unbeschwerte Feiertage.

Quelle: Badische Zeitung, Webrivaig