Guide Michelin
Guide Michelin, Foto: pixabay

73 ausgezeichnete Restaurants, drei neue Sterne, zwei verlorene Auszeichnungen – der neue „Guide Michelin“ sorgt in Baden-Württemberg für Spannung. Die diesjährige Verleihung fand am Dienstagabend in Frankfurt statt. Besonders Baiersbronn bleibt eine Hochburg der Spitzengastronomie. Auch Freiburg gewinnt an Bedeutung. In anderen Regionen gibt es dagegen Rückschläge.

Inhaltsverzeichnis:

Drei neue Sterne für Ravensburg, Schriesheim und Freiburg

Drei Restaurants in Baden-Württemberg wurden erstmals mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Der „Kaisersaal“ im Hotel Kaiserhof in Ravensburg, das „Raro im Mühlenhof“ in Schriesheim bei Heidelberg sowie das „Hawara“ in Freiburg. Letzteres erhielt zusätzlich den grünen Stern für nachhaltige Küche.

Dieser grüne Stern würdigt:

  • saisonale und regionale Zutaten,
  • Fleisch aus artgerechter Haltung,
  • eine umweltschonende Speisenzubereitung.

Mit diesen Auszeichnungen erhöht sich die Gesamtzahl der Sterne-Restaurants in Baden-Württemberg auf 73.

Baiersbronn bleibt Spitzenreiter im Nordschwarzwald

In Baiersbronn im Kreis Freudenstadt behalten „Restaurant Bareiss“ und die „Schwarzwaldstube“ ihre drei Michelin-Sterne. Damit bleibt die Kleinstadt eine der bekanntesten Gourmet-Adressen des Landes. Zudem führen auch das „1789“ und der „Schlossberg“ jeweils einen Stern.

Neben Baiersbronn besitzen nur München und Hamburg zwei Restaurants mit drei Sternen. Diese Dichte auf engem Raum bleibt bundesweit eine Ausnahme. Die Gemeinde mit rund 15.000 Einwohnern ist somit weiterhin gastronomisch überdurchschnittlich präsent.

Claus-Peter Lumpp erhält Auszeichnung als Mentor

Der Küchenchef Claus-Peter Lumpp vom „Restaurant Bareiss“ wurde als „Mentor Chef“ ausgezeichnet. Diese Ehrung geht an Persönlichkeiten, die sich besonders für die Förderung junger Talente einsetzen. Laut Michelin hat Lumpp wesentlich dazu beigetragen, dass das „Bareiss“ zum 18. Mal in Folge drei Sterne erhält.

Michelin würdigt Lumpps umfassende Erfahrung und seine langjährige Weitergabe von Fachwissen. Er sei ein zentraler Faktor für den Erfolg des Hauses.

Verlust für Schluchsee und Langenargen

Nicht alle Nachrichten sind positiv. Dem Restaurant „Mühle“ am Schluchsee wurde ein Stern aberkannt. Gründe wurden nicht bekanntgegeben. Noch im Jahr 2023 war dem Haus die zweite Auszeichnung verliehen worden.

Weitere Veränderungen:

  • Das „SEO Küchenhandwerk“ in Langenargen wurde geschlossen.
  • Das „Ritzi Gourmet“ in Stuttgart ist nicht mehr aktiv.
  • Das „MARKOS“ in Weingarten verlor seinen Stern nach dem Weggang von Marco Akuzun.

Stuttgart führt, Freiburg holt auf

Stuttgart bleibt die Stadt mit den meisten Sterne-Restaurants in Baden-Württemberg. Die „Speisemeisterei“ behält zwei Sterne. Weitere Lokale mit je einem Stern sind:

  • „Fünf“
  • „Délice“
  • „Der Zauberlehrling“
  • „Hegel Eins“
  • „Hupperts“
  • „Wielandshöhe“
  • „ZUR WEINSTEIGE“

Freiburg kommt auf fünf Sterne-Restaurants – darunter neu das „Hawara“. Ebenfalls ausgezeichnet sind dort die Lokale:

  • „Colombi Restaurant Zirbelstube“
  • „Eichhalde“
  • „Jacobi“
  • „Zur Wolfshöhle“

Auch kleinere Städte halten ihr Niveau. In Baden-Baden, Schwäbisch Hall und Ulm gibt es jeweils zwei Sterne-Restaurants. Mannheim bietet mit „Opus V“ (zwei Sterne) und „Dobler's“ (ein Stern) kulinarische Vielfalt. Karlsruhe und Donaueschingen zeigen ähnliche Strukturen.

Der neue „Guide Michelin“ bestätigt die starke Stellung Baden-Württembergs im deutschen Gourmet-Sektor – mit bewährten Adressen, neuen Aufsteigern und einigen Rückschlägen.

Quelle: SWR