Starkregengefahrenkarte
Starkregengefahrenkarte, Foto: pixabay

Heftige Regenfälle überraschen Städte nicht, doch oft fehlt es an Vorbereitung. Besonders bei plötzlichem Starkregen sind die Risiken hoch: Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller, überforderte Kanalisationen. Die Stadt Freiburg reagiert mit einer neuen Maßnahme. Eine Starkregengefahrenkarte soll künftig helfen, gezielt und schnell zu handeln.

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Karte zeigt gefährdete Stellen in Freiburg

Die Stadt Freiburg veröffentlicht ab Mittwoch eine Gefahrenkarte für Starkregen. Sie zeigt auf, wo sich bei extremem Niederschlag Wasser sammelt und wie es abfließt. Dadurch können Bürgerinnen und Bürger frühzeitig Maßnahmen ergreifen. Auch Behörden und Versicherungen erhalten so eine Grundlage für präventive Entscheidungen. Rund ein Jahr lang arbeiteten Fachleute an der Karte. Grundlage war ein Leitfaden des Landes Baden-Württemberg. Frank Uekermann, Leiter des Garten- und Tiefbauamtes, erklärt, dass dafür das gesamte Stadtgebiet in ein enges Raster vermessen wurde.

Leonie Knoll: Kaum Vorwarnzeit bei Extremwetter

Leonie Knoll vom städtischen Bereich Siedlungs- und Wasserwirtschaft betont die geringe Vorwarnzeit. Viele Starkregenereignisse seien lokal begrenzt. Während ein Stadtteil trocken bleibe, könne ein anderer bereits überschwemmt sein. Daher sei die Karte ein wichtiges Instrument zur Vorbereitung auf extremes Wetter. Besonders in betroffenen Wohngebieten können schon kleine bauliche Maßnahmen, wie erhöhte Bordsteine oder veränderte Grundstücksgestaltung, Sicherheit bringen.

Online-Zugriff und Informationsabende für Bürger

Ab Mittwoch ist die Starkregengefahrenkarte online auf der Website der Stadt abrufbar. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können dann prüfen, ob ihre Wohnlage betroffen ist. Auch für Hausbesitzer bietet sich so die Möglichkeit, Risiken frühzeitig zu erkennen. Das Garten- und Tiefbauamt plant zudem Informationsveranstaltungen ab Ende Juni, um Fragen zu beantworten und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Kanalisation reicht bei Extremregen nicht aus

Freiburg verfügt über rund 24.000 Gullys, doch diese sind auf normale Regenmengen ausgelegt. Die Kanäle bewältigen Ereignisse, die statistisch alle fünf Jahre vorkommen. Die Starkregenszenarien basieren jedoch auf seltenen Extremfällen – etwa alle 30 bis 100 Jahre. In solchen Situationen ist das System schnell überfordert. Rückhaltebecken bieten nur begrenzten Schutz. Ein Beispiel aus Freiburg zeigt: Ein auf 100-jährige Ereignisse ausgelegtes Becken reichte aus, um ein Gebiet zu schützen. Doch nur 100 Meter weiter trat bereits Wasser aus.

Andere Gemeinden in Baden-Württemberg wie Hohberg haben ähnliche Karten bereits im Einsatz. Freiburg schließt nun auf – mit einem Instrument, das frühzeitig Gefahren zeigt und konkrete Vorsorge ermöglicht.

 Quelle: SWR