In der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober 2025 werden die Uhren in Deutschland wieder auf Winterzeit gestellt. Um drei Uhr morgens wird die Zeit um eine Stunde zurückgedreht. Damit gilt erneut die mitteleuropäische Zeit. Der Sonntag wird somit 25 Stunden haben. Für viele bedeutet das eine längere Nacht, doch die Diskussion um Sinn und Nutzen der Zeitumstellung bleibt lebhaft.
Inhaltsverzeichnis:
- Geschichte der Uhrenumstellung in Deutschland
- Diskussion in der Europäischen Union
- Gesundheitliche und energetische Auswirkungen
- Technische Umsetzung durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt
Geschichte der Uhrenumstellung in Deutschland
Die Idee, die Zeit im Sommer zu verändern, geht auf Benjamin Franklin zurück. Bereits 1784 schlug er vor, die Uhrzeit anzupassen, um Kerzen zu sparen. Erst 132 Jahre später setzte das Deutsche Reich diesen Gedanken um. Am 30. April 1916 stellte Deutschland als erstes Land weltweit die Uhren um. Ziel war es, Energie zu sparen und das Tageslicht besser zu nutzen.
Die Maßnahme wurde jedoch mehrfach abgeschafft und wieder eingeführt. 1940 kam die Sommerzeit zurück, 1947 gab es sogar eine doppelte Sommerzeit, bei der die Uhren zwei Stunden vorgestellt wurden. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Regelung aufgehoben. Erst 1980 – während der Ölkrise – führte Deutschland die Sommerzeit erneut ein. Seit 1996 gilt die Zeitumstellung einheitlich in allen EU-Staaten.
Diskussion in der Europäischen Union
In der Europäischen Union wird seit Jahren über ein Ende der Zeitumstellung debattiert. 2018 legte die EU-Kommission einen Entwurf zur Abschaffung vor. Das Europäische Parlament stimmte zu, verschob jedoch die Umsetzung zunächst auf 2021. Bis heute konnten sich die Mitgliedsstaaten jedoch nicht auf eine einheitliche Lösung einigen. Einige Länder bevorzugen die dauerhafte Sommerzeit, andere die Winterzeit.
Spanien hat kürzlich angekündigt, sich erneut für die Abschaffung einzusetzen. Regierungschef Pedro Sánchez erklärte, dass die Zeitumstellung keinen praktischen Nutzen mehr habe. Auch in Deutschland sprechen sich laut Umfragen rund 60 Prozent der Bürger für ein Ende des Wechsels aus. Dennoch bleibt alles beim Alten, da eine einseitige Entscheidung zu erheblichen Problemen im EU-weiten Verkehr und Handel führen würde.
Gesundheitliche und energetische Auswirkungen
Ursprünglich sollte die Sommerzeit Energie sparen. Der Gedanke: Wenn es abends länger hell ist, wird weniger Strom für Beleuchtung verbraucht. Analysen des Umweltbundesamts zeigen jedoch, dass dieser Effekt kaum messbar ist. Zwar wird am Abend weniger Licht genutzt, doch gleichzeitig steigt der Heizbedarf am Morgen.
Mediziner sehen zudem mögliche Belastungen für den Körper. Achim Kramer von der Charité in Berlin erklärt, dass die innere Uhr auf die Umstellung empfindlich reagieren kann. Der Körper brauche meist einen Tag, um sich an die Verschiebung anzupassen. Besonders Spättypen, die morgens schwer aus dem Bett kommen, leiden unter der Umstellung auf Sommerzeit. Studien zeigen, dass in dieser Zeit sogar mehr Verkehrsunfälle passieren.
Technische Umsetzung durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt
Rein technisch verläuft die Umstellung problemlos. Die Atomuhren der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig geben das offizielle Zeitsignal für Deutschland. Funkuhren erhalten automatisch die korrekte Zeit über Radiowellen. Auch die Deutsche Bahn überprüft ihre Systeme regelmäßig, um reibungslose Abläufe sicherzustellen.
Für Millionen Geräte läuft die Umstellung automatisch. Nur analoge Uhren müssen manuell zurückgedreht werden. Damit bleibt die Zeitumstellung zwar organisatorisch einfach, gesellschaftlich aber weiterhin umstritten.
Fakten zur Zeitumstellung auf einen Blick:
- Einführung im Deutschen Reich im Jahr 1916
- Einheitliche EU-Regelung seit 1996
- Eine Stunde Rückstellung am 26. Oktober 2025 um 3:00 Uhr
- Kein nachweisbarer Energiespareffekt laut Umweltbundesamt
- Steuerung der Funkuhren durch PTB in Braunschweig
Ob und wann die Zeitumstellung endgültig abgeschafft wird, ist weiterhin offen. Bis dahin bleibt Deutschland beim gewohnten Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit.
Quelle: rbb24, FOCUS online
