Bei Sommerhitze zieht es viele Menschen in die Natur rund um Freiburg. Besonders im Schwarzwald gibt es zahlreiche Orte zur Abkühlung – von wilden Schluchten bis hin zu eiskalten Bachläufen. Doch wer dort unterwegs ist oder badet, sollte Gefahren nicht unterschätzen. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt vor typischen Risiken beim Schwimmen und gibt klare Handlungsempfehlungen.
Inhaltsverzeichnis:
- Windbergschlucht bei St. Blasien
- Zastler Eislöcher bei Oberried
- Stampfbach-Wasserfall im Münstertal
- Elzfälle bei Schonach
- Krai-Woog-Gumpen bei Görwihl
- Gefahren beim Baden im Schwarzwald
- Richtiges Verhalten bei Erschöpfung
- Erste Hilfe bei Ertrinkungsnot
- Sicherheit beim Naturerlebnis
Windbergschlucht bei St. Blasien
Nur 60 km südöstlich von Freiburg liegt die Windbergschlucht – ein spektakuläres Naturziel mit Bachläufen und moosigen Felsen. Der Zugang erfolgt von der Friedrichstraße in St. Blasien. Ein schmaler Pfad führt steil durch den Bannwald, begleitet vom Windbergbächle.
Zwischen Farnen und umgestürzten Stämmen fließt das Wasser durch kleine Becken und über Stege. Diese sind oft rutschig, daher ist festes Schuhwerk erforderlich. Die Schlucht bietet nicht nur Naturerlebnis, sondern auch kühlende Erfrischung an heißen Tagen.
Zastler Eislöcher bei Oberried
Nur etwa 20 km östlich von Freiburg befinden sich die Zastler Eislöcher – ein seltenes Naturphänomen. Unter großen Felsblöcken strömt selbst im Hochsommer kalte Luft aus dem Gestein. In den Spalten hält sich Eis, das oft bis weit in den Juli nicht schmilzt.
Direkt daneben fließt der Zastlerbach, der vom Feldberg hinabstürzt. Kleine Wasserfälle und Becken laden zum Abkühlen ein. Früher als „natürlicher Kühlschrank“ genutzt, sind die Eislöcher heute ein beliebtes Ziel für Wanderer vom Talort Oberried.
Quelle: Badische Zeitung
Stampfbach-Wasserfall im Münstertal
Rund 35 km südlich von Freiburg beginnt am Wiedener Eck der Weg zur Schlucht des Stampfbachs. Der Pfad führt durch dichten Wald, vorbei an moosigen Steinen und kühlen Bachläufen. Die Luftfeuchtigkeit ist hoch, die Stufen oft glatt.
Ein Highlight ist der Stampfbach-Wasserfall, der sich weiter talabwärts befindet. Eine Holzbrücke führt darüber, Rastplätze liegen entlang des Weges. Der kleine Ort Stampf eignet sich als alternativer Startpunkt. Auch im Hochsommer führt der Bach durch seine Zuläufe konstant viel Wasser.
Elzfälle bei Schonach
Die Elzfälle liegen etwa 45 km nordöstlich von Freiburg auf der Anhöhe zwischen Schonach und Oberprechtal. Vom Wanderparkplatz Mühlebühl gelangt man in wenigen Minuten zu den Wasserstürzen.
Die Wege führen direkt ans Wasser, das kühl über Felsen rauscht. Im Schatten der Bäume finden sich zahlreiche Rastplätze. Die Rundtour „U(h)rwaldpfad Rohrhardsberg“ erschließt das Gebiet und führt an Schwarzwälder Kuckucksuhren und der Schwedenschanze vorbei.
Krai-Woog-Gumpen bei Görwihl
Die Krai-Woog-Gumpen liegen etwa 55 km südlich von Freiburg in der Nähe von Görwihl. Hier haben Gletscherbecken aus der letzten Eiszeit eindrucksvolle Felsformationen hinterlassen. Rotierende Steine formten runde Becken, die heute vom Wasser durchströmt werden.
Ein kleiner Wasserfall ergießt sich in die Becken – ein idealer Ort für eine Pause oder ein Bad. Der Name stammt aus dem Alemannischen und bedeutet „laut tosender Wasserfall“.
Gefahren beim Baden im Schwarzwald
Baden in Seen, Flüssen oder Gebirgsbächen im Raum Freiburg birgt Risiken. Laut DLRG werden Strömungen, Temperatursprünge und Erschöpfung oft unterschätzt. Besonders in Baggerseen bestehen große Temperaturunterschiede zwischen Wasserschichten.
Diese Unterschiede können zu Muskelkrämpfen, Kreislaufproblemen oder Bewusstlosigkeit führen. Auch in scheinbar harmlosen Gebirgsbächen kann die Wassertemperatur lebensgefährlich sein, wenn man überanstrengt ist.
Richtiges Verhalten bei Erschöpfung
Bei plötzlichem Kräfteverlust im Wasser hilft die „Toter-Mann-Position“. Der Körper liegt entspannt auf dem Rücken, das Kinn zur Brust geneigt, Arme und Beine stabilisieren sanft. So kann man Kraft sparen und länger über Wasser bleiben.
Bei Muskelkrämpfen empfiehlt die DLRG gezielte Gegenbewegung.
- Auf den Rücken drehen
- Fußspitze greifen und zum Körper ziehen
- Mit der anderen Hand das gestreckte Bein fixieren
Nach der Dehnung sollte das Wasser umgehend verlassen werden, da ein erneuter Krampf jederzeit möglich ist.
Erste Hilfe bei Ertrinkungsnot
Ertrinkende sind oft schwer zu erkennen. Sie rufen selten laut, sondern kämpfen still gegen das Untergehen. Wer winkende Bewegungen oder Hilferufe bemerkt, sollte:
- sofort den Notruf 112 wählen
- nicht unüberlegt selbst ins Wasser gehen
- Rettungsgeräte oder Hilfsmittel verwenden
Nur geübte Personen mit Rettungserfahrung sollten einen direkten Rettungsversuch starten. Eigenschutz steht an erster Stelle.
Sicherheit beim Naturerlebnis
Zusammengefasst die wichtigsten Verhaltenstipps:
- Bei Erschöpfung: „Toter Mann“-Position einnehmen
- Bei Krämpfen: Dehnen und ans Ufer zurück
- Temperaturwechsel beachten, besonders in Baggerseen
- Bei Flussströmung: schräg mit der Strömung schwimmen
- Bei Hilferufen: Notruf absetzen, Abstand halten
Der Schwarzwald rund um Freiburg bietet spektakuläre Natur – aber auch Herausforderungen. Wer Risiken kennt und Regeln beachtet, kann dort unvergessliche Sommertage erleben.
Quelle: Badische Zeitung
